Mittwoch, 7. Januar 2009

Ich bin eine Deutsche, holt mich hier raus!!

Na dann wünsche ich allen meinen Lesern erstmal noch ein frohes neues Jahr!!
Ich wünsche euch Tatkraft genau das zu erreichen was ihr euch vornehmt.
Aber bitte keine guten Vorsätze! Sobald man sich einen Vorsatz fasst, hat man die Umsetzung ja schon wieder verschoben..


Als zweites will ich mich entschuldigen, dass ich so lange nichts geschrieben habe.
Für mich beim Blog-Schreiben gibt es vor allem zwei Probleme: Ich brauche etwas worüber ich schreiben kann und ich brauch die Muse dazu. Es passiert von alleine oder gar nicht.
Und das hat mir in letzter Zeit irgendwie gefehlt.
Aber nun hat mich die Muse wieder geküßt – in diesem speziellen Fall heißt sie Lesley.
Sie hat mal aufgeschrieben woran man erkennt, dass man schon zu lange in London ist. (Liste folgt). Und genau das ist mein Problem: Ich habe mich schon viel zu sehr an die Macken gewöhnt oder noch schlimmer, nehme mir sie selbst an, um mich darüber aufzuregen.
Außerdem waren wir die letzten 2 Monate ziemlich faul und kaum unterwegs, beziehungsweise ich damit beschäftigt viel Zeit mit meinem Süßen zu verbringen.
Aber gut, auch das wird sich ändern. Der Plan steht und ich bin bis Ende März erst mal Strohwitwe.

Aber jetzt erst mal zu den grundlegenden, wenn nicht gar bahnbrechenden Erkenntnissen:

Woran erkennst du, dass du schon zu lange in London lebst?

Du trägst Röcke auch im Winter, egal wie kurz.
Selbst Sommerschuhe werden ruckzuck wintertauglich gemacht.
Du kombinierst ein lila Top, einen grünen Rock und mind. 10cm hohe Absätze.
Du regst dich kaum noch auf was die anderen tragen, sondern siehst das als „Inspiration“.
Du hast Plan A, Plan B, Plan C und Plan D genau ausgearbeitest wie du zur Arbeit kommst, falls die U-Bahn mal wieder rumzickt.
Du beurteilst die kostenlosen Zeitungen in der Tube als wertvolle Informationsquelle.
Du machst dich genau wie alle anderen über den Bürgermeister Boris Johnson lustig.




Du gehst nie auf eine Party ohne genau zu wissen wie die Busse zurück fahren.
Du findest es völlig normal eine Stunde unterwegs zu sein um mit einer Freundin einen Kaffee zu trinken.
Nero ist für dich nicht der Hauptcharakter aus Matrix.
Du überlegst jeden Tag aufs neue wo du zum Lunch hingehen könntest und pendelst dann doch zwischen den drei immer gleichen Läden um überteuerte Sandwiches, Salaten oder Suppen zu essen.
Du holst dir ab und zu eine kleine Tüte Chips zum essen dazu obwohl du dir mal geschworen hast das nie zu machen.
Du regst dich immer noch jeden Tag übers essen auf.
Und über die zu kalte/warme Klimaanlage im Büro.
Du weißt, das man bei Boots keine Stiefel kaufen kann.
Du gehst mindestens einmal die Woche in den nächstgelegenen New Look um zu schauen was es neues gibt.
Du weißt, dass eine OysterCard nichts mit Meeresfrüchten zu tun hat.
Du schreibst den ganzen Tag auf Arbeit private E-Mails.
Du weißt, dass du das TigerTiger nicht in der Nähe vom Zoo findest.
Du bist es langsam müde den Engländern zu erklären, dass Toast getoastet werden muss.
Und schon gar nicht ist ihr Brot überhaupt Brot, sondern Toast das getoastet werden müsste. Zur Krönung weigerst du dich, es „roh“ zu essen.
Dir ist es eigentlich egal was und wieviel du isst, Miniröcke gibts schließlich auch noch in Größe 50.
Du schickst allen Mitgliedern deiner Familie, Freunden, deine Ex-Freunden, deine Ex-Kollegen, ehemaligen Lehrern oder Arbeitgebern eine Weihnachtskarte und findest das völlig normal.
Du mischt deutsch und englisch inzwischen so stark, dass deine Mutter dich bitten muss das soeben gesagte noch mal zu übersetzen.
Dich nerven die ganzen Touristen.Und jedesmal wenn du mitbekommst das Deutsche in der Nähe sind, stöhnst du laut auf.

Und wenn du dann mal wieder in Deutschland bist...
... wirst du beim einkaufen sauer weil du nur eine Shampoo deiner Marke bekommst anstatt 2 für 1.
... wirst du von einem Vodka betrunken weil du sonst Abstinent bist wegen der Preise.
... verpasst du fast deine Station mit der S oder U-Bahn weil sich die Türen nicht von alleine öffnen.
...suchst du auf der Straße nach einem Hinweis in welche Richtung du vor dem Überqueren denn nun gucken musst.
...haut dich der Anblick eine Bäckerei völlig von den Socken.
...ist es dir geradezu peinlich wie günstig ein Restaurantbesuch ist.
...willst du dein Essen unbedingt an der Bar bestellen.
.. freust du dich über dem Wetter entsprechend gekleidete Leute
... weigerst du dich nach Mitternacht noch das Haus zu verlassen um in einen Club zu gehen weil es doch eh schon zu spät ist.
...kommt dir Vorglühen was später als 20Uhr anfängt völlig unsinnig vor.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Das Geld liegt auf der Straße...


Das mein ich wörtlich! Noch nie ist es mir passiert, dass so oft ein einsamer Pence oder mehr den Weg kreuzt. Fast jeden Tag finde ich ein 1, 2 oder 5 Pence Geldstück auf der Straße. Wie das so ist, hab ich mir mal dazu Gedanken gemacht..


Alles hier ist so teuer.. Ich glaube es gibt absolut nichts was man sich mit 10pence kaufen kann. Ausgehend von 1-Pence-Münzen müsste man sich also 10mal bücken um.. nichts.. zu kaufen. Ich glaube ja, dass das allen Londonern bewusst ist und sich niemand die Mühe macht ein Geldstück aufzuheben. Abgesehen von dem Spruch „ Wer den Pfennig (wahlweise auch Cent, Pence, Penny) nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.“ habe ich also endlich einen realistisch begehbaren Weg gefunden um Reich zu werden.


Wenn wirklich absolut niemand die Geldstücke auf der Straße aufhebt außer mir, gibt es ja wesentlich mehr Geldstücke die darauf warten von mir aufgehoben zu werden. Und wenn ich auch noch die paar fleißigen Bienchen die bisher Geldstücke aufheben (wahrscheinlich alles Deutsche) überzeugen kann das sein zu lassen weil es sich nicht lohnt, bin ich Monopolist! Und da kommen wir ins Geschäft. So sollte ich locker 10 pence am Tag finden. Das macht immerhin schon mal 70Pence die Woche und alle zwei Wochen könnt ich mir ne Packung Haferflocken kaufen. Das heißt hier übrigens Porridge und ist nen sehr leckeres Frühstück. Damit spar ich mir das Geld für andere etwaige Frühstückscerealien. Der Nutzwert meiner Idee geht also sogar über das eigentlich zu findende Geld hinaus!!!!

Abgesehen davon sollte die ganze Bückerei dazu führen, dass ich mir irgendwann auch noch das Fitnesstudio sparen kann.

Und umso härter ich daran arbeite, Leute zu überzeugen das es sich einfach nicht lohnt, umso mehr werde ich finden. Das ist quasi ein exponentieller Nutzwert..


Ich hatte bisher ja immer Plan A und Plan B um reich zu werden. Plan A – ich heirate einen reichen Mann. Nen doofer Plan. Die, die von Geburt an reich sind, sind eh zu versnobbt und die, die sich hocharbeiten mussten haben eh keine Zeit für mich. Plan B – im Lotto gewinnen. Find ich wohlüberlegt und ausgereift. Ich müsste nur öfter mal nen Tippschein kaufen...
Also Plan C – Ich werde mich reich „finden“. Ich werde noch aufmerksamer den Gehweg entlangtrotten und absolut jedes Geldstück aufheben. Das könnte klappen. So hoch wie hier die Pence-Dichte pro Gehweg-Quadratmeter ist, könnte das tatsächlich funktionieren.


In dem Sinne – Ich geh dann mal nen bisschen spazieren.

Donnerstag, 11. September 2008

Die coolsten von allen

Heute waren die Fensterputzer da. Also nicht bei mir zu Haus. Luxus is nich. Aber auf Arbeit.
Da wir in einem hochmodernen Bürokomplex mit einigen Etagen sitzen mussten die Fenster natürlich von außen geputzt werden. Abgesehen davon, kann und soll man die Fenster ja eh nicht öffnen. Dafür haben wir ne Klimaanlage..


Die versetzt mich ja auch immer in Begeisterung. Mitten im Sommer muss man sich einen Schal rüberschmeißen sonst gibts Frostbeulen. Lang lebe die Technik. Sowieso ist hier alles klimatisiert. Was ich nicht ganz nachvollstehen kann. Im Sommer sind die Klimaanlagen entweder zu kalt eingestellt oder geben gleich ganz den Geist auf, wenn die Temperatur mal über 25°C steigt. Nicht so dramatisch, so oft passiert das ja nicht. Aber auch im Winter erscheinen sie eher sinnlos, da sie eine unangenehme Lusft verbreiten bei der man immer das Gefühl hat, es ist nicht warm genug. Naja. Nur gut, dass diese Paschminas eh gerade voll trendy sind. Und ich verstehe es einfach nicht. Warum ist in einem Land mit einem kaum wahrnehmbaren Sommer alles mit Klimaanlagen ausgestattet? Als ich letztes Jahr in Barcelona war fand ich das sinnvoll. Bei durchgehend 30° ist man dankbar für jede Abkühlung, damit das Gehirn nicht anfängt zu kochen. Naja... Ich werde mal Nachforschungen anstellen und dann wieder darauf zurückkomen.



Aber ich schweife ab. Worauf ich hinaus wollte: Fensterputzer sind ja wohl die coolsten von allen.
Es war schon verdammt beeindruckend wie die da vor dem Fenster, hängend in ihrer Sicherung, den sterbenden Schwan aufgeführt haben. Sie schwingen hierhin... dahin.. und putzen mit einer Lässigkeit die Fenster, da vergisst man, dass da ein weiter weg nach unten wartet. Und da Beste: Alle sind so dankbar für etwas Abwechslung, dass sie einen anstarren. Also von den Büros nach draussen. Das erinnert mich an die Cola light Werbung wo die Mädels fast nen Koller kriegen von dem sexy Lieferanten. Gut, der Fensteputzer konnte nicht ganz mithalten, aber ihm waren trotzdem ein paar begierige Blicke zuteil geworden.


Das bringt mich, warum auch immer, auf die Hip Hopper. Die denken ja auch immer, sie seien die obercoolsten Macker auf den Planeten. Was schon einen ernstzunehmenden Realitätsverlust voraussetzt. Warum sind bitte Hosen mit Windeloptik cool und nicht zu vergessen diese lächerlich langen und weiten Shirts die nichts, aber auch gar nichts von dem 3 Stunden täglich mühsam antrainierten Body erahnen lassen. Ich stell mir gerade die schockierten Gesichter vor, wenn die da hängen würden. Aber das sehe ich mal als ernsthafte Initiative in Coolness-Nachhilfe. Wer da so lässig hängt, wie der Fensterputzer eben, verdient wirklich meinen Respekt.
Achja.. Und wie das beim Fensterputzen so ist.. Es hat gerade angefangen zu regnen.. Vielleicht müssen die bald wiederkommen und bringen mich wieder auf merkwürdige Gedanken.


Dienstag, 2. September 2008

Übers Wetter, Einkaufen und eine Verschwörungstheorie

So. Am Besten mach ich da weiter, wo ich aufgehört habe. Ich rege mich über englische Unsitten und Gegebenheiten auf.

Das Wetter
Ich habe gestern gelesen, dass dieser August der nasseste seit 150Jahren oder so war.
Ja super. Abgesehen davon, dass so einiges stimmt was man über das englische Wetter so hört, lege ich mal wieder ein perfektes Timing hin. Und werde nass gemacht. Ja, das war doppeldeutig. Aber mal ehrlich. Hier kann sich das Wetter im Laufe eines Tages 3mal komplett ändern, es regnet generell nicht gerade wenig und ich schaffe es tatsächlich den nassesten August abzupassen? Oh bitte. Das ist zu viel Ironie, das ist selbst für mich schwer zu ertragen.
So oder so brauch ich einen neuen Schirm. Und bald auch wasserfestere Schuhe. Der Herbst hat ja gerade erst begonnen, also eigentlich müsste es jetzt erst mal so richtig anfangen zu schütten. Wie heut morgen zum Beispiel. Die Straße sah mehr aus wie ein Spiegel. Mein Schirm ist fast unter der Last zusammengebrochen und noch 3 Meter mehr und meine Schuhe wären astrein durchgeweicht gewesen.


Die Unvorhersagbarkeit des Wetters hat auch was für sich: Auch wenn schlechtes Wetter angesagt ist, kann es trotzdem schön werden. Ist zwar selten, kommt aber auch vor.
Noch ne kleine Anekdote zwischendurch: Samstag war hier ein phänomenal schöner Tag. Vieeel Sonne, 27Grad. Achja. Hab den ganzen Tag rumgegammelt und im Garten noch mal Sonne getankt. Aber einer der wichtigsten Indikatoren, dass schönes Wetter war: Abends in der U-Bahn auf dem Weg zum Ausgehen saßen so einige rotgebrannte Weißhäute. Achja. Irgendwie haben die hier ein ungesundes Verhältnis zu gutem Wetter.


Achja. Und warum sich einige wundern, warum das Wetter in London bittschön so viel unberechenbarer sein soll als in Deutschland: Das ist wegen der Meeresnähe. Abgesehen davon ist es ja auch ne Insel. Und einige Sachen... laufen halt sowieso einfach anders.

Einkaufen


Genau, wie das Einkaufen zum Beispiel.
Überall bekommt man Gutscheine in die Hand gedrückt und Bonuskarten und Angebote. Ich habe mal irgendwo aufgeschnappt, dass nur 5% der weltweit gedruckten Gutscheine auch verwendet werden. Ich denke, die Engländer treiben die Statistik da etwas in die Höhe.
Aber es ist auch ein Teufelskreis. In meiner Lieblingsdrogerie habe ich schon so etwa 5x2 Gutscheine bekommen. Als ich 2 davon eingelöst habe, bekam ich spontan 2x2 Neue. Gott sei Dank ist die Aktion aber bald vorbei. (Das war übrigens eine Rabatt von 5 Pfund auf Pflegeprodukte. Ich hab mal bei der Augencreme und einer Creme zur Vorbeugung der Hautalterung zugeschlagen. Jaja.. Dafür bin ich zu jung. Wenn ich mir meine Mutter und meine Oma angucke, sprechen eigentlich die Gene gegen eine frühzeitige Hautalterung. Aber so hiflreich waren die Gene bisher ja auch nicht.)

Wichtigster Unterschied sind hier Rabattaktionen. Nur wenig wird tatsächlich reduziert. Viel lieber gibt es Aktionen wie 2 für 1, 3 für 2, oder 5 für 2...... Mal abgesehen davon, dass die hier eh auf Jumbo-Packungen stehen. Was um Gottes willen mach ich mit insgesamt 1L Shampoo? Klar verfällt das nicht. Aber wenn die ersten 2 Flaschen aufgebraucht sind hab ich doch längst vergessen wo ich die Dritte, eigentlich kostenlose, deponiert habe. Und wenn ich das Shampoo schneller aufbrauche, bevor ich vergesse wo das Shampoo steht, hab ich mir wahrscheinlich alle Haare weggewaschen.
Auch macht das für mich als Single nicht so viel Sinn bei Lebensmitteln. Das was ich spare, muss ich ja eh wieder wegschmeißen. Hab ich mich eigentlich schon mal über das Fertigessen hier ausgelassen? Es gibt alles, wirklich alles, schon vorgekocht und muss nur aufgewärmt werden.
Gut, das ist in Deutschland nicht so anders. Aber hier wirds auch gekauft! In Massen!
Selbst gekochte Kartoffeln hab ich schon einem Einkaufswagen verschwinden sehen. Geschnittener Eisbergsalat und sowieso Salat ist auch sehr beliebt. Und in dem Tesco bei mir um die Ecke ist die Kühlabteilung so groß, dass ich Erfrierungen an den Zehen kriege wenn ich einmal komplett durchlaufe.


Achja. Ich muss auch unbedingt noch mal auf die Bonuskarten zurückkommen. Klar, auch die gibts massig in Deutschland. Spricht ja nichts dagegen. Für die völlige Aufgabe von Datenschutz bekommt man ein paar Gutscheine. Fairer Deal… Aber hier nervt mich das ein wenig wenn man das mal in einen anderen Zusammenhang bringt. Die Engländer haben keine Namen an der Haustür! Nirgends. Nicht an der Klingel, nicht am Postkasten. Man kann also nie wissen, ob die Frau Shsaahaowohw deren Post wir dauernd bekommen nicht vielleicht einfach eine Tür weiter wohnt oder ein Zahlendreher drin ist. Aber okay. Mir wurde erzählt, dass das quasi eine private Angelegenheit ist. Der Name an der Tür wäre also die Aufgabe eines Stückchens Privatsphäre. Aha. Lustiges Volk die Briten.
Denn andererseits!!!!! Hat hier wirklich jeder so um die 10 Bonuskarten. Nen bisschen albern, oder? Die größten Supermärkte im Land wissen genau wann man was wo gekauft hat. Die durchsuchen wahrscheinlich auch den Müll um rauszufinden, wie’s denn nun geschmeckt hat und wie schnell man seine dritte Shampooflasche verbraucht hat. Aber ein Name an der Tür wäre zu viel Information auf einmal. Ja ne, is klar.

Taxis

Ich liebe sie. Ehrlich. Die sehen so knuffig aus die „Cabs“. Klassisch in schwarz sind die ja auch am Bekanntesten, aber die gibts inzwischen auch in anderen fetzigen Farben. Und sie beherrschen die Straße. Besonders in der Innenstadt. Es gibt hier ja eine wahnsinnig teure Maut für Autos, deswegen gibt es in der City nicht zu viele... Meistens sind da nur Busse und Taxis. Und wegen der Übermacht der Taxis spreche ich schon innerlich von der Taximafia. Wie die da reihenweise an der Vorbeibrausen, farblich oder nach Zahl der Insassen sortiert.. Von oben sieht das ganze noch lustiger aus.. Wie Ameisen. Hmm. Irgendwie doch unheimlich. Wo ist deren Zentrale? Wie vermehren sie sich? Welche Pläne verfolgen sie um die Weltherrschaft an sich zu reißen? Ich könnte wetten, wenn da ganz hohe Persönlichkeiten einsteigen, werden die einer Gehirnwäsche unterzogen. Immerhin sind die Türen verriegelt, wenn man drinne sitzt (kein Scherz). Und eigentlich müssen Taxifaherer alle Straßen auswendig kennen. Aber bisher haben alle erst mal in ihr Navi getippt wenn ich eingestiegen bin. Ich sag euch: Die überprüfen nur, ob sich der Fahrgast eine wichtige Persönlichkeit ist oder nicht. Aber warum? Was ist deren Ziel? Wozu eine Ausweitung ihres Machteinflusses?
Meine Theorie: Linksverkehr weltweit. Ihr werdet sehen.. Nehmt euch in acht vor den Cabs...

Okay, okay. Ich hör ja schon auf rumzuspinnen. Worauf ich hinaus wollte: Hab noch nirgends so viele Taxis gesehen. Aber so hört sich das natürlich langweilig an. ;D

Mittwoch, 27. August 2008

Mal ein paar Beobachtungen meinerseits



Mal ein paar Sachen über London im Allgemeinen und Londoner im Speziellen.
Diese Stadt erschlägt einen. Und das mein ich wörtlich. Es ist eng bebaut, voll, hektisch und laut. Immer hat man das Gefühl im Weg zu stehen, gleich von einem Bus/Auto/Fahrradfahrer umgefahren zu werden und irgendwie hat man wirklich nirgendswo seine Ruhe.
Außer vielleicht in meinem Zimmer. Obwohl.. Auch da ist es eher hellhörig. Gibt es eigentlich auch hellriechig? Meine polnischen Mitbewohner kochen immer so merkwürdige Sachen und dann riecht das ganze Haus danach. Auch mein Zimmer, bei geschlossener Tür.
Äh ja.. Ich schweife ab.
Es hat natürlich auch Vorteile hier zu leben.




Mode
Modetechnisch kann man tatsächlich nicht falsch machen. Und ich mein das genau so wie ichs sage. Es gibt natürlich superaufgestylte modebewusste junge Damen, aber für eine von denen gibt es mindestens 3 Damen die keinen Spiegel besitzen. Da bekommt die Aussage „ich trage Größe 10“ eine völlig neue Bedeutung, weil entsprechende Damen trotzdem eigentlich ne 14 bräuchten. Und das ist die Regel. Sachen sind zu kurz, zu eng, zu bunt, zu bäh und meistens einfach daneben. Faszinierend ist hier auch die Rocklänge. Das lässt die Jungs gleich aufhören. Aber mal ehrlich: Ab Größe 44 sollte eine Rock mehr als nur knapp den Po bedecken. Und bauchfrei sollte ab einem gewisen Körperumfang utner Strafe gestellt werden. Aber hey, ich wil natürlich nicht kurvige Frauen diskriminieren. Auch die Schlanken machen viel falsch. Bei Frauen jedes Körperumfangs tritt aber eine unglaubliche Leidensfähigkeit zu tage. Engländerinnen sind völlig kälte-, regen- und schmerzresistent. Schirme werden ausgepackt wenn die Haare eh schon an einen nassen Pudel erinnern, T-Shirts sind zu jeder Witterung legitim und vor allem die besagten zu kurzen Röcke werden bei jeder Witterung aus dem Schrank geholt. Und dann die Schuhe. Das ist ein Kapitel für sich. Egal ob die Füße schon blau anlaufen, so was interessiert eine Dame von Welt doch nicht. Und was nach unserer Definition Absatzschuhe sind ziehen hier schon Kinder an. Erst ab 10cm beginnt die wahre Herausforderung. Und diese Schuhe werden immer und überall angezogen. Auch egal, ob man überhaupt damit laufen kann. Viele sehen aus, also die Erde gerade bebt. Auch hier gilt, dass die Engländer sich nicht von Witterung oder Außentemperatur bei ihrer Shuhauswahl beeinflussen lassen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich besonders früh noch etwas anderes lustiges beobachtet habe. Die aufgestylten Damen haben FlipFlops und Turnschuhe an. Leicht zu erraten: Da werden die Mordinstrumente erst auf Arbeit angezogen.
Ich finde ja, wenn die Inselbewohner so auf ihre Monarchie stehen, sollten sie die Königsfamilienmitglieder auch als Vorbild nehmen. Die Queen machts richtig. Farblich abgestimmte Sachen, nie zu aufdringlich, Figurschmeichelnd und vor allem ein dezentes Make-up.




Ich kann es mir auch nicht sparen über den Make-up-Gebrauch auf der Insel zu lästern. Abgesehen davon, dass sich genau wie in Deutschland hübsche Mädchen mit so viel Schminke vollpinseln das selbst ihre Mutter sie nicht mehr erkennt, finde ich vor allem spannend, wann das Make-up aufgetragen wird. Und zwar unterwegs. Nicht eine U-Bahn-Fahrt ohne eine kostenlose Schmink-Nachhilfe-Stunde. Immer wieder spannend ist die innere Wette ob die Gegenüber es wirklich schafft sich bei der Rüttelei nicht mit dem Kajalstift ins Auge zu piksen. Das kann sich dann schon mal über eine halbe Stunde ausgiebigen Schminkens hinziehen. Nicht das ich einen Unterschied sehen würde, denn besagte Damen waren ja eigentlich auch schon beim Einstieg geschminkt.
Worauf ich hinaus wollte: Egal wie sehr ich also vielleicht mal in der Kleiderkiste daneben greife (is ja eher selte), es wird keinen aufregen und aufmerksamkeit bekomm ich damit auch nicht. Schon toll, oder?




Alkohol
Über den Alkoholkonsum der Engländer habe ich ja schon mal Andeutungen gemacht. Ja.. Die Vorurteile kann ich alle bestätigen. Engländer bestellen nie nur ein Glas, es muss eine Flasche Wein sein. Cocktails werden auch bevorzugterweise als „Jugs“ bestellt. Also eine ganze Kanne voll Cocktail. Das Tempo des Alkoholkonsums ist auch durchaus beeindruckend. Kollegen haben es schon geschafft mich in 1,5h so betrunken zu machen, dass ich mit Mühe und Not zur U-Bahn getorkelt bin. Und die Beiden wirkten völlig nüchtern!
Dabei ist Alk hier ganz schön teuer. Ein Bier kostet im Schnitt 4/5 Euro. Und selbst das billigste Büchsenbier im Supermarkt ist nicht unter 1,30€ zu haben. Sich zu betrinken ist also wahrscheinlich auch so eine Angebersache: Schau her, ich hab genug Geld um mich volllaufen zu lassen. Ein Kater muss wirklich teuer erkauft werden. Kollegen haben mir erzählt, dass ein Partywochenende schon mal locker 200Pfund verschlingt. Oh man. Das muss ich nicht nachmachen. Mit meiner Katzenallergie muss ich ja eh vorsichtig sein. ;D




Essen
Achja. Und das Essen. Wie konnte ich vergessen über das Essen zu schreiben?
Es ist furchtbar. Auch hier kann ich jegliches Klischee bestätigen. Joa. Fertig.
Nene. Ich kann das natürlich nicht so stehen lassen.
Also nochmal: Es ist furchtbar. Sandwiches ist weich, wabbelig, geschmacklos und mit Mayonaise zugeschmiert. Und erst die Fritten! Die sind weich, wabbelig, geschmacklos und werden nur mit Mayonaise erträglich. Aber jetzt mal im Ernst. Mit Würze haben es die Engländer nicht so. Alles ist irgendwie fad. Auch wenn ich schon mal sehr dankbar für die Bio- und Diät-Welle der letzten Jahre bin. Dadurch gibt es immerhin überall Salate und Suppen und manchmal sogar Baguettes mit so was wie einer Kruste. Das ist auch so ziemlich meine Ernährungsgrundlage. Mit der kleinen Tüte Chips zum Mittagessen, das frittierte Zeugs, dünn belegte fettige Pizza und dem wirklich sehr süßen Süßkram kann ich mich einfach nicht anfreunden. Fleischbeigaben sind eigentlich immer Hühnchen. Hab auch mal gelesen, dass es hier den höchsten Geflügelverbrauch in Europa gibt. Aber auch das ist meist fad, wabbelig und kommt bestimmt eh von armen, unschuldigen, zusammengepferchten Hühnern. Also... Ich muss schon sagen. Obwohl ich mich also im Mutterland des schlechten und ungesunden Gaumengeschmacks befinde, habe ich mich noch nie so gesund ernährt. Na gut. Eins gibts da, was mich schwach werden lässt. Brownies. Boah.. Das ist ne Schokoladenexplosion im Mund und ach noch so schön klebrig. Und die gibts auch überall. Voll fies. Aber ich geb dem nur selten nach. 1,50Pfund für etwas was mich 1 Kilo schwerer macht obwohl es nur so groß ist wie meine Kreditkarte ist es einfach nicht wert..




Public Transport
Oh ja.. Der öffentlich Verkehr. Auch eine spannede Möglichkeit sich vorwärts zu bewegen. Wenn ich euch verrate, dass in London das älteste U-Bahn-Netz der Welt ist, ist ja schon alles gesagt. Das brauchte ich nämlich nicht nachlesen, dass hab ich irgendwie auch so gewusst. An das angeblich so komplizierte U-Bahn-Netz habe ich mich schnell gewöhnt. Was die Sache spannend und aufregend macht ist eigentlich, dass dieses besagte Netz regelmäßig den Geist aufgibt. Linien werden regelmäßig in der Rush-Hour geschlossen, Züge haben Verspätungen und es wird auch immer irgendwo gebaut und repariert. Als Sahnehäubchen schmeißt sich auch dauernd einer vor den Zug und Stationen müssen geschlossen werden. Ganz toll war auch mal der Rauch, als wir in eine Station rein sind. Äh ja.. Ich nehm den Bus.
Busse sind ja auch toll. Die sind hier eigentlich sogar wichtiger als die U-Bahn, denn sie befördern 2/3 der Leute. Meistens sind es auch tatsächlich diese roten Doppeldecker die hier durch die Gegend flitzen. Ich empfehle jedem Mal, sich ganz oben vorne ans Fenster zu setzen.


Es ist unglaublich wie toll das schaukelt. Und in jeder Kurve fragt man sich, ob die Kreuzung überhaupt groß genug ist. Achja. Und ob man den Fahrradfahrer links noch mitnimmt. Busfahrer sind auch eine besondere Spezies. Manchen lächeln dich an, also ob sie gleich nach deiner Nummer fragen und andere wollen dich gleich auffressen. Dumm nur, dass man schon irgendwie auf sie angewiesen ist. Viele Busse sind alt. Und das heißt, sie haben keine elektronische Anzeige an welchem Stop man gerade ist. Etwas unpraktisch wenn man sich nicht auskennt. Also muss man den Busfahrer um Hilfe bitten. Auch schon passiert: Entgegen des Busfahrplans war der Fahrer der Überzeugung nicht an meiner Station zu halten und verwies auf einen anderen Bus. Okayyyy.. Ich gebs zu. Ist nicht mir, sonder Franzi passiert. Während ich gerade 5 Stationen in die falsche Richtung mit dem richtigen Bus gefahren war.
Der Linksverkehr hier verwirrt mich sowieso immer noch. Aber noch schärfer ist die Straßenführung. Gerade da wo ich wohne, kreuzen sich mehrere Schnellstraßen. Also ich hätt nie im Leben die richtige Abbiegung gefunden, so viel steht fest. Also ich ahne schon, dass ich niemals in London ein Auto fahren werden.
Puh. Okay. Das reicht. Die Engländer haben noch genug Marotten mit denen ich mich in Zukunft beschäftigen kann. Aber ihr dürft mir gern mal nen bisschen Mitleid schicken womit ich hier so zu kämpfen habe....



Franzi in London


So. Jetzt wird es endlich Zeit den Besuch von meiner Franzi in Worte zu fassen, immerhin hab ich mich inzwischen davon erholt. ;)
Aber gut, ich wusste ja vorher das es anstrengend wird. Ich hatte sogar vorher auf jegliches Sightseeing verzichtet, da ich ja eh jede Menge mit Franzi machen würde.

Und so kam sie Donnerstag abend nach Stansted. Der Flughafen ist lustigerweise so weit draußen das man sich aussuchen kann eine Stunde mit dem Bus zu fahren, was 8 Pfund kostet oder ne ¾ Stunde zum Bahnhof von dem man mit läppischen 15 Pfund den Zug nehmen kann. Naja. Immerhin hält der Bus nur eine Station von meiner Wohnung entfernt, die Entscheidung war also nicht sooo schwierig. Nen bisschen doof war nur das meine Süße sowieso erst spät gelandet wäre. Die Verspätung hats nicht besser gemacht. Also haben wirs ca. um 1Uhr ins Bett geschafft. Ich musste Freitag wieder früh raus und die Gute hat bis 11Uhr geschlafen und konnte sich dank mehrerer von mir handschriftlich geschriebener Zettel alleine orientieren. Naja, fast. Trotz Wegbeschreibung hat sie’s geschafft in die falsche Richtung zu marschieren. Aber hey, so hat sie ohne es zu wissen schon mal den Trafalguar Square vom Sightseeing-Programm abgehakt. Naja. Habens noch geschafft und sind nach Camden Town gefahren. Die Entscheidung fiel auf ein indisches Restaurant.
Jaja.. Man soll ja eigentlich landestypische Sachen essen. Aber zum Einen ist das englische Essen genauso schlimm wie alle denken und zum anderen ist indisch eigentlich auch typisch englisch. Das Essen war gut, aber so scharf und schwer zu verdauen, dass wir ernsthaft losgezogen sind um Schnapps zu verkaufen.. Die Entscheidung fiel auf Tequilla und hat tatsächlich Wunder gewirkt.
Gegen 21Uhr waren wir dann noch mit Andrea verabredet, ner lieben deutschen Au-Pair die ich ausm studivz kenne. (klar, woher sonst?) Wir sind mal ins „The Worlds End“ gegangen, weil ich schon davon gelesen hatte. Tja. Positiv: Die Getränke waren bezahlbar. Das Publikum war wirklich unterhaltsam anzuschauen, weil bunt gemixt und etwas schräg. Negativ: Die Musik war sehr laut. Es wirkte nich gerade gemütlich, mag auch daran liegen, dass es wie eine Scheune wirkte. Die Bedienung war nicht wirklich schnell. Und das Publikum war echt schräg. Naja... Noch ein Versuch.
Also ab Richtung Kanal. Da gibts mehrere coole Bars und Pubs und wir haben uns natürlich für die Coolste entschieden. Positiv: Es war echt gemütlich und direkt am Wasser. Keine Ahnugn wieso, aber in der Nähe von Wasser bin ich glücklich. Negativ: Es war teuer. Es war laut, auch wenn die Musik um Welten besser war. Joa.. Muss man halt entscheiden was man will.

Samstag gings dann natürlich zum Sightseeing. Und zwar mit der Free Tour von New London. Jaja... Schleichwerbung. Aber die sind wirklich toll! Ich kenn die noch aus Berlin und Franzi war auch auf Touren in Paris. Ist nicht wirklich kostenlos, man bezahlt halt ein Trinkgeld. Aber die Führer sind meist recht jung und enthusiastisch. Wir hatten Cathy aus den USA. Und es war toll! Wir haben alles wichtige gesehen und sie hatte bei vielen Sachen lustige Geschichten zu erzählen. Und das Beste: Das Wetter war recht gut. Es hat nicht geregnet und war sogar recht sonnig. Nicht so selbstverständlich in London. Haben also all die Sachen wir Hyde Park, Buckingham Palace, St. James Park, Big Ben (jaja.. eigentlich heitß das Ding Clocktower, nur die Glocke ist Big Ben), Westminster Abbey usw.abgehakt.











Samstag abend sind wir noch ausgegangen und haben nur mit Mühe und Not den Heimweg gefunden. Aber die Details bleiben im Dunkeln, sorry. Achso. Ich meine nicht, dass ich mich nicht erinnern kann.
Es geht nur niemanden was an. ;D
Aber hey! Das Nachtleben hier kann sich sehen lassen – wir hatten total viel Spaß. Und um keine Gerüchte aufkommen zu lassen: Wir haben uns benommen. Naja.. ähh.. zumindest Franzi.





Joa. Sonntag haben wirs wundersame Weise gar nicht so spät aus dem Bett geschafft. Und sind deswegen noch nach Brighton gefahren. Das wollte ich sowieso gerne mit Franzi machen. Wir waren uns nur unsicher wegen dem Wetter. Aber naja. Es war zwar grau und windig, aber es hat trotzdem nicht geregnet. Und es war toll! Brighton ist, wie ich ja schon mal geschrieben habe wirklich schön. Und wenn nicht gerade Gay Pride Parade ist auch eher verschlafen. Und oh man.. Man kann super shoppen! Lauter kleine originelle Läden.. So geil. Franzi war überglücklich mit ihrem Cowgirl-Hut und ich hab mir diese wahnsinnig-sexy gelben Lack-Pumps gekauft. Unter anderem.

Außerdem hab ich tatsächlich mal Fish&Chips gegessen. War jetzt nicht unbedingt nen Kindheitstraum, aber gehört ja irgendwie dazu. Hmm. Was soll ich sagen? Mir war den Rest des Tages leicht übel. Und dabei hab ich nicht mal aufgegessen, genau genomen hab ich gerade so die Hälfte geschafft. Der Fisch an sich war ja nicht mal schlecht. Ging ja auch gar nicht, er hat nämlich nach gar nichts geschmeckt. Und wie kann man an dem Geschmack von etwas meckern, dass gar keinen hat? Aber diese dicke, fettgetränkte Teig-Kruste war einfach zu viel für meinen Magen. Leider konnten wir diesmal keinen Schnapps auftreiben. Joa.. Abends wieder zurück, müde ins Bett und Montag.. durfte ich wieder arbeiten gehen.

Franzi hat sich wieder alleine beschäftigt. (Das mag ich so an ihr, man braucht sie nie babysitten). Und abends haben wir uns wieder nach der Arbeit getroffen. Sind dann ne Weile durch Soho spaziert und haben uns schließlich an einem All-you-can-eat Buffet niedergelassen. Interessante Beobachtung: Auf dem Tisch stand ein Zettel der schon mal klar macht, das man gefälligst nach 2 Gängen zum Buffet so viel gegessen haben soll wie man halt kann und außerdem, dass man einen Aufschlag bezahlen muss wenn man zu viele Reste auf seinem Teller hat. Haben lange drüber nachgegrübelt. Also 2 Gänge haben locker ausgereicht, aber so prall war das Essen nicht um alles aufzuessen. Haben uns also schon innerlich auf eine Diskussion eingestellt, aber da kam Gott sei Dank nichts.

Tja.. Und Dienstag war Franzis Geburtstag. Mein Geschenk waren Karten für das Musical Avenue Q und um noch was materielles drauf zu schlagen eine Mini-Lava-Lampe. Für all die Nächte in miesen Unterkünften nächstes Jahr auf ihrer Weltreise damit es gemütlicher wird. ;D
Achja. Und 2 Geburtstagskarten. Konnt mich nicht für eine entscheiden.

Tja. Der Tag war toll. Wir sind mit dem Schiff nach Greenwich geschippert wo ein Observatorium und der Null-Meridian ist. Auf dem Weg dahin war es mal wieder ziemlich grau, aber natürlich kam die Sonne raus als wir da waren. Joa. War ziemlich interessant. Aber ich will niemanden mit zu ausführlichen Schilderungen langweilen. Also nur das Highlight: Der Null-Meridian ist natürlich mit einer Linie auf dem Fußboden gekennzeichnet. Und an dieser wollten sich natürlich alle fotografieren lassen. Und natürlich, wie das in England so ist, hatte sich dafür eine ordentliche Schlange gebildet. Da hatten wir nicht so sehr viel Lust drauf. Und irgendwie.. konnte ich mich von meinem letzen Englandbesuch noch erinnern.. das es irgendwo eine Stelle gibt an der der Meridian auch gekennzeichnet ist, aber keine Schlange davor war. Und tatsächlich: Durch ein unscheinbares Tor konnten wir durchgehen und ganz in Ruhe ein paar Bilder schießen. Obendrein konnten wir dann außen rum ganz ungestört von anderen Leuten wieder hinunter laufen. (äh.. habe ich erwähnt, dass das Observtorium auf einem Hügel ist?) Joa. Wieder zurück mit dem Schiff und ab zu mir um uns schick zu machen.

Abends wartete ja noch ein Highlight auf uns: Das Musical Avenue Q. Wenn jetzt viele „hä?“ sagen ist das völlig berechtigt. Das gibt es nämlich nicht in Deutschland. Was wirklich schade ist, denn es ist genial! Und es war perfekt für diesen Abend.
Das Musical erinnert an die Sesamstraße und ist vollgepackt mit leicht verdaulichen Lebensweisheiten wie „ Everyone’s a little bit racist“, „It sucks to be me“, „If you were gay, I’d be okay (but i’m not gay)“, “I wish I could go back to College” und „Everything’s in life is only for now”. Es spielen echte Menschen und Puppen gemischt und insgesamt ist die Grundstimmung einfach super. Ich werde auch nie wieder Franzis Aufschrei vergessen, also die eine Puppe sagte: „Ich werde alt.. ich bin 23!“ Tja... Und das an ihrem 25. Geburstag..(Äh? Darf das eigentlich jeder wissen?)
So oder so. Wenn’s das Musical jemals nach Deutschland schafft kann ich das wärmstens empfehlen. Oder wer mich besuchen kommt: Ich geh da sofort noch mal rein!

Ganz interessant war dann auch der Ausgang des Abends. Eigentlich wollten wir noch was trinken gehen. Tja... Es war ja aber Dienstags.. Und schon halb elf. Und eigentlich hätten wir beide auch noch Lust auf Nachos gehabt. Aber egal wo wir rein wollten wurde uns gesagt, dass gleich „last call“ ist. Das heißt, dass man also noch ein Getränk bestellen darf, aber sich gefälligst zu beeilen hat, da der Laden bald zu macht. Schon nen bisschen merkwürdig. Zum Einen waren da noch massig Leute unterwegs, die bestimmt auch gerne noch was getrunken hätten. Zum Anderen wurde ja eigentlich das Gesetz aufgehoben, dass die Pubs so zeitig zu machen sollen.

(Kurz zum Hintergrund: England hat eine ausgeprägt Kultur des „Binch-Drinkings“. Das heißt man trinkt nicht nur, sondern lässt sich richtig zulaufen. Ursache dafür sollten die zeitigen Schließungen der Pubs sein. Denn wenn es den „last call“ gab, haben sich alle noch möglichst schnell möglichst viel hinter die Binde gekippt und mit einem Mal stürzen alle Betrunkenen auf die Straße. Das führt zu Alkoholleichen auf der Straße und jede Menge Prügeleien. Das Problem sollte mit Abschaffung der strengen Regelungen geändert werden. Einziges Problem: Nö – hat nicht funktioniert. Die Leute haben noch immer einen ungesunden Umgang mit Alkohol und viele Pubs machen halt doch noch relativ zeitig zu, weil längere Öffnungszeiten extra bezahlt werden müssen.)

Na gut, dann halt nicht. Zumindest konnten wir also mit der Tube zurück fahren und mussten nicht wieder mit den Bussen durch die Gegend irren.

Ja und dann ging alles ganz schnell. Der Mittwoch kam. Wir sind noch mal fix ins Shopping Centre und dann gings schon zum Flughafen. Was ne geile Woche sag ich nur. Ich bin völlig abgebrannt und warte sehnsüchtig aufs Monatsende, ich fühlte mich ausgelaugt und hab nen ganzes Wochenende zum erholen gebraucht.. und ich hatte genial viel Spaß! (Abgesehen davon – keine Ahnung wann ich Franzi das nächste Mal sehe.) Unterm Strich hat sichs also für beide Seiten gelohnt.

Dienstag, 26. August 2008

2893km in einer Woche


Der helle Wahnsinn, ich bin voll der Jetsetter – ich habe diese Woche doch allen ernstes fast 3000km zurückgelegt. Wie das passiert ist? Nun, ich arbeite in London für den deutschen Markt. Die Kollegen mit denen ich zusammenarbeite sitzen also in Frankfurt und München. Nach einem Monat sollte ich also auch mal meine deutschen Kollegen kennenlernen und hinfliegen.
Also: 2,5 Tage Frankfurt und 2,5 Tage in München. Also Sonntag nach Frankfurt geflogen (770km), Mittwoch nachmittag weiter nach München mit dem Zug (395km), Freitag nachmittag wieder mit dem Zug in die Heimat (540km). Und dann Sonntag nach Berlin (103km) um von da wieder nach London zu fliegen (1095km).Komm mir ja schon totaaal wichtig vor, muss ich zugeben. Schicke Hotels, ausgeführt werden zum futtern. Achja.. so lässts sich leben. Naja. Nicht so richtig, eigentlich wirds total überbewertet.
So hänge ich also in einer Stadt rum in der ich keinen kenne um gesagt zu bekommen, dass alle zu viel zu tun haben um sich um mich zu kümmern bzw. Schlicht vergessen haben, dass ich komme. Immerhin waren die Sekretärinnen so nett mit mir essen und auch abends was trinken zu gehen. Also hab ich jetzt verdammt gute Beziehungen zum Fußvolk (nein, ich bin nicht überheblich, das haben sie selbst so gesagt).Wie auch immer. Kurzes Fazit: Frankfurt wirkt viel provinzieller als man glauben sollte (na gut, vielleicht war das auch der krasse Unterschied zu London) und München ist wuuuunderschön im Sommer. Hotels in der Innenstadt sind total überteuert, aber komfortabel wenn man es sich dann halt doch leisten kann, bzw. die Firma. Ich war schon begeistert.
Aber noch eine Erkenntnis: Ich kann erst ab der zweiten Nacht gut in einem fremden Bett schlafen. Schon etwas unpraktisch sag ich mal. Achja. Und 5 Stunden mit dem Zug rückwarts fahren, immerhin auch richtig schnell im ICE treibt selbst mir die Galle hoch. Genial fand ich in diesem Zusammenhang ja auch den letzten einstündigen Abschnitt. Hatte einen Fensterplatz im Abteil gebucht und das war auch der einizige reservierte Platz in diesem Abteil. Und was ist? Rückwärts.. Also das machen die doch mit Absicht! Zu Hause wars natürlich wieder toll. Ich wurde von hinten bis vorne bedient, meine Mutter hat sich ein Bein für mich ausgerissen und natürlich viel zu viel und unnötiges Zeug zum mitnehmen für mich besorgt. Musste ein paar Sachen da lassen, wasserfeste Schuhe und warme Sachen gingen vor. Der Herbst kommt... auf jeden Fall bevor ich das nächste Mal nach Hause fahre.
Mein Timing war natürlich perfekt: Ich konnte auf das Heimatfest in Jessen gehen. Ich weiß noch, wie dass das Highlight der Sommerferien war und ich vorher meine Großeltern angeschnorrt habe und in kürzester Zeit etwa 10.000Kalorien zu mir genommen habe, nur Nieten bei der Tombola gezogen habe und massig Kuscheltiere mit nach Hause geschleppt habe. Ungelogen: Auf unserem Dachboden befinden sich Tüten voller Kuscheltiere die einzig und allein von Heimat- und Dorffesten sind. Vor allem beim schießen und beim Greifer war ich recht erfolgreich. Jaja.. Ich seh schon wieder ein paar Experten lachen wegen dem schießen. Aber ich war wirklich gut! Hatte mal letztes Jahr ausprobiert ob ichs noch kann und hab immer noch 9 von 10 Sternen getroffen. Die Übung machts – auf den Dorffesten gabs meist nur 2 Wagen. Einer mit Losen und einer mit Schießen.Wie auch immer. Ich hatte auf jeden Fall einen netten Abend, allein schon weil Doreen mich begleitet hat. Auch wenn sies nicht gern hört: Sie ist eine meiner ältesten Freundinnen. Ich kenne sie seit der Grundschule (obwohl wir beide unsicher sind, ob wir uns nicht sogar noch vorher kannten) und damit ist sie die Einzige die es so lange mit mir ausgehalten hat. Was unglaublich ist, da ich zwischendurch unerträglich und nen ziemlicher kotzbrocken war. .
Ich schweife ab. Noch kurz zu meinem Sonntag: Ich bin etwas eher Richtung Berlin abgedüst um noch den Nachmittag mit meiner Clique abzuhängen bevor ich wieder fliegen musste. Ohne mich selbst zu sehr zu loben: Es war ne geniale Idee. Ich hatte nicht nur einen Kofferträger (danke Tobse), sondern auch ein 5-Mann-Abschiedskommitee, einen winzigen überteuerten Cocktail und jede Menge Spaß. Leider lief ab da nicht mehr alles so glatt. Nachdem meine Liebsten sich ja eh schon alle Mühe gegeben hatten mich total aus dem Konzept zu bringen, hat der Rückflug tatsächlich nicht so toll funktioniert. Nach Sprüchen wie: Ist ja schon lange keiner mehr abgestürzt, wir sind eh zu spät am Flughafen... war es eigentlich logisch als der Pilot sagte, dass etwas mit dem Laufwerk nicht stimmt und überprüft werden muss.
Also wieder weg vom Rollfeld, 20 Minuten dumm rumstehen um dann aufgefordert zu werden das Flugzeug wieder zu verlassen, da Tests gemacht werden müssen und das mit Passagieren an Bord zu gefährlich ist. Aha. Sehr beruhigend. Immerhin durften wir nach einer Stunde wieder ins Flugzeug. Nicht so lustig fand ich den Hinweis meines Banknachbars, das wir in Reihe 13 saßen. Noch mal: Aha.Tja, gelandet bin ich offensichtlich in London. Aber nun war es halt auch schon 23Uhr vor Ort. Das ist insofern ein Problem, da die U-Bahnen nicht die ganze Nacht durchfahren. Also bin ich losgeflitzt und hab tatsächlich die allerletzte Bahn erwischt. Die fährt mich aber nicht bis vor die Tür, sondern ich hätte eigentlich noch mal umsteigen müssen.


Auf dem Weg wurde dann aber auch mitgeteilt, dass schon alle Stationen zu sind. Also bin ich halt so weit gefahren wie ich konnte (was auch schon eine Stunde gedauert hat) und dann ab zum Geldautomaten und ins Taxi. Laut meiner inneren Uhr war es ja auch immerhin schon um halb zwei. Taxis sind gar nciht so übel. Natürlich total überteuert, aber bequem und sehr geräumig. Da hat der Koffer mehr als bequem reingepasst.
Aber ich habs ja. Bei der Gelegenheit noch eine lustige Beobachtung: Wenn die Stationen schließen gehts an den Stationen noch mal richtig ab. Da wimmelt es von Arbeitern in roten Westen die alles aufräumen oder Reperaturarbeiten durchführen. Die Ärmsten, was für Arbeitszeiten!Tja. Das Ende vom Lied: Halb zwei war ich endlich im Bett. Also schon halb drei für meine innere Uhr! (Hatte ich erwähnt, dass ich die ganze Woche schlecht geschlafen und am Wochenende gut beschäftigt war?) Bin wie immer kurz nach sieben aufgestanden und zur Arbeit gewankt. War total groggy und hab meine ganze Energie investiert um nicht meinen Kopf auf die Tastatur krachen zu lassen. ...