Joa.. Wie viele von euch ja schon wissen, bin ich hier bei meiner Ankunft etwas gestrandet. Ich hatte eigentlich von zu Hause ne Wohnung angemietet und ja... auch Geld im voraus bezahlt. Tja, was soll ich sagen? Kein Vermieter, keine Wohnung. Nach 2 Stunden rumirren am Flughafen bin ich zur Adresse gefahren wo meine Wohnung hätte sein müssen. Man glaubt ja an das Gute im Menschen und hofft ihn da anzutreffen.. Aber nein. Was mir auch nicht bewusst war: In England hat niemand seinen Namen am Klingelschild. Das Haus gabs also schon, aber ich wusste ja nciht welches Appartment ich angeblich angemietet habe..
Super. Es folgte also vor besagten Haus Nervenzusammenbruch Nummer 1.An der U-Bahn-Station hatte ich ein Hotel gesehen, also hab ich meine Sachen wieder zurück gezerrt und hab mal vorsichtig nach nem Zimmer und dessen Preis gefragt. Tja, was soll ich sagen? Alles andere als billig und auch noch ausgebucht. Immerhin hat die nette Frau rumtelefoniert und in nem anderen Hotel der Kette noch ein Zimmer für mcih gefunden. Auch etwas billiger für „nur“ 75 Pfund. Nicht zu vergessen 10Pfund extra für Internet was ich ja mehr als dringend braucht um ab Sonntag nen Schlafplatz zu haben.Also wieder losgedackelt mit meinem Gepäck und total geschafft ins Hotel geschleppt. Ich war nicht nur müde, ich konnte auch kaum noch meine Hände bewegen. Immerhin hatte ich etwa 30-35 Kilo Kilometerweit durch die Gegend gezogen/gezerrt/getragen/gewuchtet. Aber gut, auch ich hab mal Glück. Hatte es tatsächlich geschafft für Sonntag 3 Besichtigungstermine für private Zimmer anzuberaumen.
Also für ne Stunde in die U-Bahn und ab in den Norden. Was soll ich sagen? Die Frau war superlieb, das Zimmer groß, nett und bezahlbar. Habs sofort genommen. Sie hat mich dann netterweise sogar von der U-Bahn-Station abgeholt und auch abends für mich gekocht. Hatte nur leider nicht wirklich Appetit. Sie hatte extra Würstchen gemacht, weil sie meinte, alle Deutsche würden Würstchen essen. Naja. Lieb gemeint, aber wenn ich eine Form von Fleisch nicht mag, dann sind das Würstchen.Egal. Ich hatte was zum schlafen und konnte also Montag auf Arbeit gehen. Naja. Schon nen weiter Weg, muss ich zugeben. Erst 15 Minuten zur U-Bahn, dann 30 Minuten fahren und dann noch mal so 15-20 Minuten laufen. Was mich selbstverständlich nicht davon abhielt, überpünktlich zu sein und noch Zeit zum verbummeln zu haben.Joa. Arbeit war relaxt. Hab Zeug zum lernen bekommen, das wars eigentlich auch schon. Musste Unmengen an Dokumenten ausfüllen und die ganze Technik zum laufen kriegen (hab mein eigenes Notebook – tschagga). Und Donnerstag gings ja dann nach Deutschland, genauer gesagt Teggernsee bei München für die Sommerparty der Firma.Tja.. Dazu gibts auch noch ne tolle Geschichte bevor ich überhaupt angekommen bin.Vielleicht habt ihr schon von dem neuen Terminal bei Heathrow gehört. Der berüchtigte Terminal 5.
Da gehen nicht nur tausende von Gepäckstücke verloren, nein, der Security-Check dauert schon mal prinzipiell länger als anderswo und er ist so groß, dass auf den Tafeln angegeben ist wie lange man wohin läuft. Bei der Eröffnung gabs Riesenchaos durch Verspätungen usw., aber egal.Eigentlich ist es so, dass der Terminal direkt mit der Tube zu erreichen ist. Der Picadilly Line. Es gibt auch den Heathrow Express. Aber der kostet mal spontan 15 Pfund. Nachdem ich auf der Seite für den öffentlichen Transport nachgeschaut hab, hätte die Fahrt von mir mit Tube oder Express gleich lang gedauert, weil man ja auch erst mal zur Station kommen muss, von der der Express abfährt.Bin ja nett, die Firma muss sparen. Ich nehm die Tube.Super Idee sag ich mal.Theoretisch fahr ich also bis Leicester Square, steige um in die Picadilly und irgendeine davon hat als Endstation Terminal 5. Einschub zur Erklärung. Vor Terminal 5 kommt Terminal 1,2,3 (eine Station) und in einer Schleife wird auch Terminal 4 angefahren. Also fahren Züge zum Terminal 4 und 1,2,3 oder 1,2,3 und 5. Ich hatte also nen Zug zum Terminal 4 und 1,2,3 erwischt. Kein Problem, bin ne Station vorher ausgestiegen um auf den richtigen Zug zu warten. War dem Ziel also schon recht nah und auch ganz gut in der Zeit. Problem: Der nächste Zug ging auch zum Terminal 4, der danach sollte eigentlich zum Terminal 5 fahren, war dann aber plötzlich not in service als er Einfuhr. Ja, da war ein Zug, aber leer und ohne Ziel... Hab ja gewusst, dass es in England Geister gibt, aber Geisterzüge? Joa.. Dann hieß es, dass der nächste Zug zum Terminal 5 in ner halben Stunde war. Nen bissl doof, weil es war ja auch schon ne halbe Stunde vergangen. Ich sprech also mit der netten (indischen) Dame vom Servicepersonal. Joa.. Ich könnte natürlich auch nen Bus nehmen, aber der dauert ewig. Gut, dass hatte sie mir ne halbe Stunde vorher auch schon gesagt, aber da er ja sooo lange fährt....
Tja. Also sagt sie mir, ich soll den nächsten Zug nehmen und zum Terminal 4 fahren um mit dem Express zum Terminal 5 zu fahren. Davon hatte ich zwar noch nciht gehört, aber sie war sich ganz sicher. Gut. Ab in den Zug.. zum Terminal 4. Was soll ich sagen? Es gab keinen Express. Wir sollten auf den nächsten Zug warten. Der fährt zum Terminal 1,2,3 und dort können wir noch mal umsteigen in den Zug zum Terminal 5. Ja toll. Ich steh da, Zeit wird knapp und flehe telefonisch schon mal die Kollegen an, auf mich zu warten. Immerhin hatten die ja auch mein Ticket. Ich machs mal kurz: Ich fahr zum Terminal 1,2,3, steig um.. renne zum Lift (nicht ohne vorher am Ausgang aufgehalten zu werden, weil meine Oystercard – ein elektronischer Fahrschein – alle war) und bin so ziemlich genau 3 Minuten vor check-in Schluss da.Toller Start, also wirklich. Meine Kollegen dachten auch ncoh zu allem Überfluss ich wär einfach zu blöd gewesen und zum Terminal 4 gefahren.. Naja. Besser das, als den Flug tatsächlich zu verpassen.Also ab nach München, in den Bus zum Hotel und dann einchecken in ein sensationells 5-Sterne-Hotel. Theoretisch. Mein Zimmer war natürlich noch nciht bezugsfertig. Immerhin galt das auch für ein paar andere Mädels. Also haben wir in der Lobby gewartet und überteuerte Getränke getrunken. Naja, die Mädels haben Wein getrunken – 2Uhr nachmittags. Das Problem: Diese Mädels waren in erster Linie die Sekretärinnen. Sprich: Aufgesylte 20-jährige die ein eingeschränktes Spekrum an Gesprächsthemen haben: Klamotten, Make-up, Diäten und aufgecremte Bräune. Super. Alle anderen hatten sich natürlich verteilt. Gut. Also nach ca. 1 Stunde versucht einzuchecken. Die Zimmer der Mädels waren fertig, bis auf meins. Ich durfte noch ne halbe Stunde länger warten.Aber das wars auch Wert. Das Zimmer war der Hammer. Ich glaube, ich habe schon in kleineren Wohnungen gewohnt. Und selbst das Bad war größer als so manche Zimmer die ich kenne. Nen Balkon mit Seeblick gabs auch. In der Dusche gabs die Wahl zwischen einer normalen Dusche und einer Regendusche – also wo das Wasser so gerade von oben runterplätschert.. schon sehr geil. Überall Marmor.. und die badewanne.. göttlich.
Hatte aber leider keine Zeit sie zu nutzen. Hab sowieso insgesamt vielleicht 8 Stunden drin verbracht. Inklusive schick machen, schlafen und Sachen wieder zusammen packen.Wir hatten uns dann verabredet um was zu essen zu suchen. Wir hatten ja alle nur Frühstück, ein ekliges Sandwich im Flugzeug und das Dinner war so gegen 9 anberaumt. Tja. Die Entscheidung fiel auf einen urigen Biergarten. Allerdings war inzwischen ein Gewitter aufgezogen, dass wir dann auch live erleben durften, während wie halb draußen unter einem Dachvorsprung saßen. Die Mädels orderten wieder Wein.. Und eine Portion Würstchen für 3 Leut. Aha.Also ich hab mir ja so nen Desert bestellt. Gut für den zuckerspiegel...Wie auch immer. Halbtrocken haben wirs zurück ins Hotel geschafft und uns für den Abend fertig gemacht. Aber hier hör ich auf mit meinen detailierten Schilderungen.
Es folgt ne kurze Zusammenfassung: Es gab ne Präsi von den chefs, kleine Geschenke mit Firmenlogo, nen schickes Essen, dazu guten Wein, danach ne Taxifahrt in nen club wo wieder alle Getränke kostenlos waren und vor allem die Engländer sich hemmungslos betrunken haben. Nen paar sind nachher völlig frei gedreht und ich hab auch gehört, dass zwei nachher noch aufs Zimmer verschwunden sind. Natürlich beide vergeben.. Äh ja.. waren natürlich Engländer. (Zusatz: Waren insgesamt etwa 35 Leute aus Italien, Spanien, Deutschland, England und auch eine Australierin).Am nächsten Morgen gabs für die reichlich angeschlagenen Angestellten noch mal ne Präsi und dann gings schon wieder zum Flughafen. Wär ja gern noch nen bissl in Deutschland geblieben, aber es stand ja auch Wohnungssuche an.
Und die ist schon wieder nen Kapitel für sich..Erst mal ist es nicht so einfach zu entscheiden, was ne gute Gegend ist. Man will ja eigentlich nicht zu weit von Arbeit wohnen, aber auch nicht zu weit weg von den coolen Leuten. Nen bissl sicher dars auch sein.. und nciht zu teuer.. und so weiter.Naja. Nach den ersten Besichtigungen hatte ich meine Erwartungen eigentlich schon ganz weit runtergeschraubt..Es ist schon unfassbar was einem so zugemutet wird.Okay. Die allererste Wohnung war eigentlich ganz schick, aber kaum möbliert und trotzdem teuer. Hatte ja keine Ahnung, was ich mir noch so anschauen muss. Löcher, Höhlen, runtergekommene Absteigen, unsichere Gegenden. Naja, immerhin bin ich gut rumgekommen in London.Aber das jeden Abend.. Das war schon krass. Nicht zu vergessen all die kleinen und großen Betrüger die Geld sehen wollen bevor man einen Schritt über die Türschwelle gemacht hat.Der Höhepunkt war dann an einem Mittwoch. Ich bin zu 4 Wohnungen geflitzt. Im strömenden Regen mit Hackenschuhen (okay, war ne blöde Idee). Es folgte.. Nervenzusammenbruch Nummer 2. Man zweifelt auch schon an sich selber..Und man fragt sich schon, warum man alles aufgegeben hat für nen völlig unnötigen Neuanfang. Naja.Samstag hatte ich endlich Glück. Hatte eigentlich 3 Termine, aber hab ich mich gleich in die erste Wohnung verliebt. War schon auf dem Weg zum zweiten Termin, aber hab dann doch der ersten zugesagt und die anderen Termine abgesagt.Bin lieber in den Hyde Park, hab mir lecka Kaffee von starbucks geholt, hab mich von der Sonne bescheinen lassen und mein Buch ausgelesen..Geht doch. Und.. ich hab ne Tasche gekauft. Konnt nicht widerstehen und die Shopping-Gene kamen wieder durch. Wenn ich glücklich bin muss ich was kaufen.. und wenn ich genervt bin, oder gelangweilt, oder deprimiert...Okay. So viel dazu.Reicht erst mal.Details über London folgen.