Mittwoch, 27. August 2008

Franzi in London


So. Jetzt wird es endlich Zeit den Besuch von meiner Franzi in Worte zu fassen, immerhin hab ich mich inzwischen davon erholt. ;)
Aber gut, ich wusste ja vorher das es anstrengend wird. Ich hatte sogar vorher auf jegliches Sightseeing verzichtet, da ich ja eh jede Menge mit Franzi machen würde.

Und so kam sie Donnerstag abend nach Stansted. Der Flughafen ist lustigerweise so weit draußen das man sich aussuchen kann eine Stunde mit dem Bus zu fahren, was 8 Pfund kostet oder ne ¾ Stunde zum Bahnhof von dem man mit läppischen 15 Pfund den Zug nehmen kann. Naja. Immerhin hält der Bus nur eine Station von meiner Wohnung entfernt, die Entscheidung war also nicht sooo schwierig. Nen bisschen doof war nur das meine Süße sowieso erst spät gelandet wäre. Die Verspätung hats nicht besser gemacht. Also haben wirs ca. um 1Uhr ins Bett geschafft. Ich musste Freitag wieder früh raus und die Gute hat bis 11Uhr geschlafen und konnte sich dank mehrerer von mir handschriftlich geschriebener Zettel alleine orientieren. Naja, fast. Trotz Wegbeschreibung hat sie’s geschafft in die falsche Richtung zu marschieren. Aber hey, so hat sie ohne es zu wissen schon mal den Trafalguar Square vom Sightseeing-Programm abgehakt. Naja. Habens noch geschafft und sind nach Camden Town gefahren. Die Entscheidung fiel auf ein indisches Restaurant.
Jaja.. Man soll ja eigentlich landestypische Sachen essen. Aber zum Einen ist das englische Essen genauso schlimm wie alle denken und zum anderen ist indisch eigentlich auch typisch englisch. Das Essen war gut, aber so scharf und schwer zu verdauen, dass wir ernsthaft losgezogen sind um Schnapps zu verkaufen.. Die Entscheidung fiel auf Tequilla und hat tatsächlich Wunder gewirkt.
Gegen 21Uhr waren wir dann noch mit Andrea verabredet, ner lieben deutschen Au-Pair die ich ausm studivz kenne. (klar, woher sonst?) Wir sind mal ins „The Worlds End“ gegangen, weil ich schon davon gelesen hatte. Tja. Positiv: Die Getränke waren bezahlbar. Das Publikum war wirklich unterhaltsam anzuschauen, weil bunt gemixt und etwas schräg. Negativ: Die Musik war sehr laut. Es wirkte nich gerade gemütlich, mag auch daran liegen, dass es wie eine Scheune wirkte. Die Bedienung war nicht wirklich schnell. Und das Publikum war echt schräg. Naja... Noch ein Versuch.
Also ab Richtung Kanal. Da gibts mehrere coole Bars und Pubs und wir haben uns natürlich für die Coolste entschieden. Positiv: Es war echt gemütlich und direkt am Wasser. Keine Ahnugn wieso, aber in der Nähe von Wasser bin ich glücklich. Negativ: Es war teuer. Es war laut, auch wenn die Musik um Welten besser war. Joa.. Muss man halt entscheiden was man will.

Samstag gings dann natürlich zum Sightseeing. Und zwar mit der Free Tour von New London. Jaja... Schleichwerbung. Aber die sind wirklich toll! Ich kenn die noch aus Berlin und Franzi war auch auf Touren in Paris. Ist nicht wirklich kostenlos, man bezahlt halt ein Trinkgeld. Aber die Führer sind meist recht jung und enthusiastisch. Wir hatten Cathy aus den USA. Und es war toll! Wir haben alles wichtige gesehen und sie hatte bei vielen Sachen lustige Geschichten zu erzählen. Und das Beste: Das Wetter war recht gut. Es hat nicht geregnet und war sogar recht sonnig. Nicht so selbstverständlich in London. Haben also all die Sachen wir Hyde Park, Buckingham Palace, St. James Park, Big Ben (jaja.. eigentlich heitß das Ding Clocktower, nur die Glocke ist Big Ben), Westminster Abbey usw.abgehakt.











Samstag abend sind wir noch ausgegangen und haben nur mit Mühe und Not den Heimweg gefunden. Aber die Details bleiben im Dunkeln, sorry. Achso. Ich meine nicht, dass ich mich nicht erinnern kann.
Es geht nur niemanden was an. ;D
Aber hey! Das Nachtleben hier kann sich sehen lassen – wir hatten total viel Spaß. Und um keine Gerüchte aufkommen zu lassen: Wir haben uns benommen. Naja.. ähh.. zumindest Franzi.





Joa. Sonntag haben wirs wundersame Weise gar nicht so spät aus dem Bett geschafft. Und sind deswegen noch nach Brighton gefahren. Das wollte ich sowieso gerne mit Franzi machen. Wir waren uns nur unsicher wegen dem Wetter. Aber naja. Es war zwar grau und windig, aber es hat trotzdem nicht geregnet. Und es war toll! Brighton ist, wie ich ja schon mal geschrieben habe wirklich schön. Und wenn nicht gerade Gay Pride Parade ist auch eher verschlafen. Und oh man.. Man kann super shoppen! Lauter kleine originelle Läden.. So geil. Franzi war überglücklich mit ihrem Cowgirl-Hut und ich hab mir diese wahnsinnig-sexy gelben Lack-Pumps gekauft. Unter anderem.

Außerdem hab ich tatsächlich mal Fish&Chips gegessen. War jetzt nicht unbedingt nen Kindheitstraum, aber gehört ja irgendwie dazu. Hmm. Was soll ich sagen? Mir war den Rest des Tages leicht übel. Und dabei hab ich nicht mal aufgegessen, genau genomen hab ich gerade so die Hälfte geschafft. Der Fisch an sich war ja nicht mal schlecht. Ging ja auch gar nicht, er hat nämlich nach gar nichts geschmeckt. Und wie kann man an dem Geschmack von etwas meckern, dass gar keinen hat? Aber diese dicke, fettgetränkte Teig-Kruste war einfach zu viel für meinen Magen. Leider konnten wir diesmal keinen Schnapps auftreiben. Joa.. Abends wieder zurück, müde ins Bett und Montag.. durfte ich wieder arbeiten gehen.

Franzi hat sich wieder alleine beschäftigt. (Das mag ich so an ihr, man braucht sie nie babysitten). Und abends haben wir uns wieder nach der Arbeit getroffen. Sind dann ne Weile durch Soho spaziert und haben uns schließlich an einem All-you-can-eat Buffet niedergelassen. Interessante Beobachtung: Auf dem Tisch stand ein Zettel der schon mal klar macht, das man gefälligst nach 2 Gängen zum Buffet so viel gegessen haben soll wie man halt kann und außerdem, dass man einen Aufschlag bezahlen muss wenn man zu viele Reste auf seinem Teller hat. Haben lange drüber nachgegrübelt. Also 2 Gänge haben locker ausgereicht, aber so prall war das Essen nicht um alles aufzuessen. Haben uns also schon innerlich auf eine Diskussion eingestellt, aber da kam Gott sei Dank nichts.

Tja.. Und Dienstag war Franzis Geburtstag. Mein Geschenk waren Karten für das Musical Avenue Q und um noch was materielles drauf zu schlagen eine Mini-Lava-Lampe. Für all die Nächte in miesen Unterkünften nächstes Jahr auf ihrer Weltreise damit es gemütlicher wird. ;D
Achja. Und 2 Geburtstagskarten. Konnt mich nicht für eine entscheiden.

Tja. Der Tag war toll. Wir sind mit dem Schiff nach Greenwich geschippert wo ein Observatorium und der Null-Meridian ist. Auf dem Weg dahin war es mal wieder ziemlich grau, aber natürlich kam die Sonne raus als wir da waren. Joa. War ziemlich interessant. Aber ich will niemanden mit zu ausführlichen Schilderungen langweilen. Also nur das Highlight: Der Null-Meridian ist natürlich mit einer Linie auf dem Fußboden gekennzeichnet. Und an dieser wollten sich natürlich alle fotografieren lassen. Und natürlich, wie das in England so ist, hatte sich dafür eine ordentliche Schlange gebildet. Da hatten wir nicht so sehr viel Lust drauf. Und irgendwie.. konnte ich mich von meinem letzen Englandbesuch noch erinnern.. das es irgendwo eine Stelle gibt an der der Meridian auch gekennzeichnet ist, aber keine Schlange davor war. Und tatsächlich: Durch ein unscheinbares Tor konnten wir durchgehen und ganz in Ruhe ein paar Bilder schießen. Obendrein konnten wir dann außen rum ganz ungestört von anderen Leuten wieder hinunter laufen. (äh.. habe ich erwähnt, dass das Observtorium auf einem Hügel ist?) Joa. Wieder zurück mit dem Schiff und ab zu mir um uns schick zu machen.

Abends wartete ja noch ein Highlight auf uns: Das Musical Avenue Q. Wenn jetzt viele „hä?“ sagen ist das völlig berechtigt. Das gibt es nämlich nicht in Deutschland. Was wirklich schade ist, denn es ist genial! Und es war perfekt für diesen Abend.
Das Musical erinnert an die Sesamstraße und ist vollgepackt mit leicht verdaulichen Lebensweisheiten wie „ Everyone’s a little bit racist“, „It sucks to be me“, „If you were gay, I’d be okay (but i’m not gay)“, “I wish I could go back to College” und „Everything’s in life is only for now”. Es spielen echte Menschen und Puppen gemischt und insgesamt ist die Grundstimmung einfach super. Ich werde auch nie wieder Franzis Aufschrei vergessen, also die eine Puppe sagte: „Ich werde alt.. ich bin 23!“ Tja... Und das an ihrem 25. Geburstag..(Äh? Darf das eigentlich jeder wissen?)
So oder so. Wenn’s das Musical jemals nach Deutschland schafft kann ich das wärmstens empfehlen. Oder wer mich besuchen kommt: Ich geh da sofort noch mal rein!

Ganz interessant war dann auch der Ausgang des Abends. Eigentlich wollten wir noch was trinken gehen. Tja... Es war ja aber Dienstags.. Und schon halb elf. Und eigentlich hätten wir beide auch noch Lust auf Nachos gehabt. Aber egal wo wir rein wollten wurde uns gesagt, dass gleich „last call“ ist. Das heißt, dass man also noch ein Getränk bestellen darf, aber sich gefälligst zu beeilen hat, da der Laden bald zu macht. Schon nen bisschen merkwürdig. Zum Einen waren da noch massig Leute unterwegs, die bestimmt auch gerne noch was getrunken hätten. Zum Anderen wurde ja eigentlich das Gesetz aufgehoben, dass die Pubs so zeitig zu machen sollen.

(Kurz zum Hintergrund: England hat eine ausgeprägt Kultur des „Binch-Drinkings“. Das heißt man trinkt nicht nur, sondern lässt sich richtig zulaufen. Ursache dafür sollten die zeitigen Schließungen der Pubs sein. Denn wenn es den „last call“ gab, haben sich alle noch möglichst schnell möglichst viel hinter die Binde gekippt und mit einem Mal stürzen alle Betrunkenen auf die Straße. Das führt zu Alkoholleichen auf der Straße und jede Menge Prügeleien. Das Problem sollte mit Abschaffung der strengen Regelungen geändert werden. Einziges Problem: Nö – hat nicht funktioniert. Die Leute haben noch immer einen ungesunden Umgang mit Alkohol und viele Pubs machen halt doch noch relativ zeitig zu, weil längere Öffnungszeiten extra bezahlt werden müssen.)

Na gut, dann halt nicht. Zumindest konnten wir also mit der Tube zurück fahren und mussten nicht wieder mit den Bussen durch die Gegend irren.

Ja und dann ging alles ganz schnell. Der Mittwoch kam. Wir sind noch mal fix ins Shopping Centre und dann gings schon zum Flughafen. Was ne geile Woche sag ich nur. Ich bin völlig abgebrannt und warte sehnsüchtig aufs Monatsende, ich fühlte mich ausgelaugt und hab nen ganzes Wochenende zum erholen gebraucht.. und ich hatte genial viel Spaß! (Abgesehen davon – keine Ahnung wann ich Franzi das nächste Mal sehe.) Unterm Strich hat sichs also für beide Seiten gelohnt.

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