Mittwoch, 27. August 2008

Mal ein paar Beobachtungen meinerseits



Mal ein paar Sachen über London im Allgemeinen und Londoner im Speziellen.
Diese Stadt erschlägt einen. Und das mein ich wörtlich. Es ist eng bebaut, voll, hektisch und laut. Immer hat man das Gefühl im Weg zu stehen, gleich von einem Bus/Auto/Fahrradfahrer umgefahren zu werden und irgendwie hat man wirklich nirgendswo seine Ruhe.
Außer vielleicht in meinem Zimmer. Obwohl.. Auch da ist es eher hellhörig. Gibt es eigentlich auch hellriechig? Meine polnischen Mitbewohner kochen immer so merkwürdige Sachen und dann riecht das ganze Haus danach. Auch mein Zimmer, bei geschlossener Tür.
Äh ja.. Ich schweife ab.
Es hat natürlich auch Vorteile hier zu leben.




Mode
Modetechnisch kann man tatsächlich nicht falsch machen. Und ich mein das genau so wie ichs sage. Es gibt natürlich superaufgestylte modebewusste junge Damen, aber für eine von denen gibt es mindestens 3 Damen die keinen Spiegel besitzen. Da bekommt die Aussage „ich trage Größe 10“ eine völlig neue Bedeutung, weil entsprechende Damen trotzdem eigentlich ne 14 bräuchten. Und das ist die Regel. Sachen sind zu kurz, zu eng, zu bunt, zu bäh und meistens einfach daneben. Faszinierend ist hier auch die Rocklänge. Das lässt die Jungs gleich aufhören. Aber mal ehrlich: Ab Größe 44 sollte eine Rock mehr als nur knapp den Po bedecken. Und bauchfrei sollte ab einem gewisen Körperumfang utner Strafe gestellt werden. Aber hey, ich wil natürlich nicht kurvige Frauen diskriminieren. Auch die Schlanken machen viel falsch. Bei Frauen jedes Körperumfangs tritt aber eine unglaubliche Leidensfähigkeit zu tage. Engländerinnen sind völlig kälte-, regen- und schmerzresistent. Schirme werden ausgepackt wenn die Haare eh schon an einen nassen Pudel erinnern, T-Shirts sind zu jeder Witterung legitim und vor allem die besagten zu kurzen Röcke werden bei jeder Witterung aus dem Schrank geholt. Und dann die Schuhe. Das ist ein Kapitel für sich. Egal ob die Füße schon blau anlaufen, so was interessiert eine Dame von Welt doch nicht. Und was nach unserer Definition Absatzschuhe sind ziehen hier schon Kinder an. Erst ab 10cm beginnt die wahre Herausforderung. Und diese Schuhe werden immer und überall angezogen. Auch egal, ob man überhaupt damit laufen kann. Viele sehen aus, also die Erde gerade bebt. Auch hier gilt, dass die Engländer sich nicht von Witterung oder Außentemperatur bei ihrer Shuhauswahl beeinflussen lassen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich besonders früh noch etwas anderes lustiges beobachtet habe. Die aufgestylten Damen haben FlipFlops und Turnschuhe an. Leicht zu erraten: Da werden die Mordinstrumente erst auf Arbeit angezogen.
Ich finde ja, wenn die Inselbewohner so auf ihre Monarchie stehen, sollten sie die Königsfamilienmitglieder auch als Vorbild nehmen. Die Queen machts richtig. Farblich abgestimmte Sachen, nie zu aufdringlich, Figurschmeichelnd und vor allem ein dezentes Make-up.




Ich kann es mir auch nicht sparen über den Make-up-Gebrauch auf der Insel zu lästern. Abgesehen davon, dass sich genau wie in Deutschland hübsche Mädchen mit so viel Schminke vollpinseln das selbst ihre Mutter sie nicht mehr erkennt, finde ich vor allem spannend, wann das Make-up aufgetragen wird. Und zwar unterwegs. Nicht eine U-Bahn-Fahrt ohne eine kostenlose Schmink-Nachhilfe-Stunde. Immer wieder spannend ist die innere Wette ob die Gegenüber es wirklich schafft sich bei der Rüttelei nicht mit dem Kajalstift ins Auge zu piksen. Das kann sich dann schon mal über eine halbe Stunde ausgiebigen Schminkens hinziehen. Nicht das ich einen Unterschied sehen würde, denn besagte Damen waren ja eigentlich auch schon beim Einstieg geschminkt.
Worauf ich hinaus wollte: Egal wie sehr ich also vielleicht mal in der Kleiderkiste daneben greife (is ja eher selte), es wird keinen aufregen und aufmerksamkeit bekomm ich damit auch nicht. Schon toll, oder?




Alkohol
Über den Alkoholkonsum der Engländer habe ich ja schon mal Andeutungen gemacht. Ja.. Die Vorurteile kann ich alle bestätigen. Engländer bestellen nie nur ein Glas, es muss eine Flasche Wein sein. Cocktails werden auch bevorzugterweise als „Jugs“ bestellt. Also eine ganze Kanne voll Cocktail. Das Tempo des Alkoholkonsums ist auch durchaus beeindruckend. Kollegen haben es schon geschafft mich in 1,5h so betrunken zu machen, dass ich mit Mühe und Not zur U-Bahn getorkelt bin. Und die Beiden wirkten völlig nüchtern!
Dabei ist Alk hier ganz schön teuer. Ein Bier kostet im Schnitt 4/5 Euro. Und selbst das billigste Büchsenbier im Supermarkt ist nicht unter 1,30€ zu haben. Sich zu betrinken ist also wahrscheinlich auch so eine Angebersache: Schau her, ich hab genug Geld um mich volllaufen zu lassen. Ein Kater muss wirklich teuer erkauft werden. Kollegen haben mir erzählt, dass ein Partywochenende schon mal locker 200Pfund verschlingt. Oh man. Das muss ich nicht nachmachen. Mit meiner Katzenallergie muss ich ja eh vorsichtig sein. ;D




Essen
Achja. Und das Essen. Wie konnte ich vergessen über das Essen zu schreiben?
Es ist furchtbar. Auch hier kann ich jegliches Klischee bestätigen. Joa. Fertig.
Nene. Ich kann das natürlich nicht so stehen lassen.
Also nochmal: Es ist furchtbar. Sandwiches ist weich, wabbelig, geschmacklos und mit Mayonaise zugeschmiert. Und erst die Fritten! Die sind weich, wabbelig, geschmacklos und werden nur mit Mayonaise erträglich. Aber jetzt mal im Ernst. Mit Würze haben es die Engländer nicht so. Alles ist irgendwie fad. Auch wenn ich schon mal sehr dankbar für die Bio- und Diät-Welle der letzten Jahre bin. Dadurch gibt es immerhin überall Salate und Suppen und manchmal sogar Baguettes mit so was wie einer Kruste. Das ist auch so ziemlich meine Ernährungsgrundlage. Mit der kleinen Tüte Chips zum Mittagessen, das frittierte Zeugs, dünn belegte fettige Pizza und dem wirklich sehr süßen Süßkram kann ich mich einfach nicht anfreunden. Fleischbeigaben sind eigentlich immer Hühnchen. Hab auch mal gelesen, dass es hier den höchsten Geflügelverbrauch in Europa gibt. Aber auch das ist meist fad, wabbelig und kommt bestimmt eh von armen, unschuldigen, zusammengepferchten Hühnern. Also... Ich muss schon sagen. Obwohl ich mich also im Mutterland des schlechten und ungesunden Gaumengeschmacks befinde, habe ich mich noch nie so gesund ernährt. Na gut. Eins gibts da, was mich schwach werden lässt. Brownies. Boah.. Das ist ne Schokoladenexplosion im Mund und ach noch so schön klebrig. Und die gibts auch überall. Voll fies. Aber ich geb dem nur selten nach. 1,50Pfund für etwas was mich 1 Kilo schwerer macht obwohl es nur so groß ist wie meine Kreditkarte ist es einfach nicht wert..




Public Transport
Oh ja.. Der öffentlich Verkehr. Auch eine spannede Möglichkeit sich vorwärts zu bewegen. Wenn ich euch verrate, dass in London das älteste U-Bahn-Netz der Welt ist, ist ja schon alles gesagt. Das brauchte ich nämlich nicht nachlesen, dass hab ich irgendwie auch so gewusst. An das angeblich so komplizierte U-Bahn-Netz habe ich mich schnell gewöhnt. Was die Sache spannend und aufregend macht ist eigentlich, dass dieses besagte Netz regelmäßig den Geist aufgibt. Linien werden regelmäßig in der Rush-Hour geschlossen, Züge haben Verspätungen und es wird auch immer irgendwo gebaut und repariert. Als Sahnehäubchen schmeißt sich auch dauernd einer vor den Zug und Stationen müssen geschlossen werden. Ganz toll war auch mal der Rauch, als wir in eine Station rein sind. Äh ja.. Ich nehm den Bus.
Busse sind ja auch toll. Die sind hier eigentlich sogar wichtiger als die U-Bahn, denn sie befördern 2/3 der Leute. Meistens sind es auch tatsächlich diese roten Doppeldecker die hier durch die Gegend flitzen. Ich empfehle jedem Mal, sich ganz oben vorne ans Fenster zu setzen.


Es ist unglaublich wie toll das schaukelt. Und in jeder Kurve fragt man sich, ob die Kreuzung überhaupt groß genug ist. Achja. Und ob man den Fahrradfahrer links noch mitnimmt. Busfahrer sind auch eine besondere Spezies. Manchen lächeln dich an, also ob sie gleich nach deiner Nummer fragen und andere wollen dich gleich auffressen. Dumm nur, dass man schon irgendwie auf sie angewiesen ist. Viele Busse sind alt. Und das heißt, sie haben keine elektronische Anzeige an welchem Stop man gerade ist. Etwas unpraktisch wenn man sich nicht auskennt. Also muss man den Busfahrer um Hilfe bitten. Auch schon passiert: Entgegen des Busfahrplans war der Fahrer der Überzeugung nicht an meiner Station zu halten und verwies auf einen anderen Bus. Okayyyy.. Ich gebs zu. Ist nicht mir, sonder Franzi passiert. Während ich gerade 5 Stationen in die falsche Richtung mit dem richtigen Bus gefahren war.
Der Linksverkehr hier verwirrt mich sowieso immer noch. Aber noch schärfer ist die Straßenführung. Gerade da wo ich wohne, kreuzen sich mehrere Schnellstraßen. Also ich hätt nie im Leben die richtige Abbiegung gefunden, so viel steht fest. Also ich ahne schon, dass ich niemals in London ein Auto fahren werden.
Puh. Okay. Das reicht. Die Engländer haben noch genug Marotten mit denen ich mich in Zukunft beschäftigen kann. Aber ihr dürft mir gern mal nen bisschen Mitleid schicken womit ich hier so zu kämpfen habe....



Franzi in London


So. Jetzt wird es endlich Zeit den Besuch von meiner Franzi in Worte zu fassen, immerhin hab ich mich inzwischen davon erholt. ;)
Aber gut, ich wusste ja vorher das es anstrengend wird. Ich hatte sogar vorher auf jegliches Sightseeing verzichtet, da ich ja eh jede Menge mit Franzi machen würde.

Und so kam sie Donnerstag abend nach Stansted. Der Flughafen ist lustigerweise so weit draußen das man sich aussuchen kann eine Stunde mit dem Bus zu fahren, was 8 Pfund kostet oder ne ¾ Stunde zum Bahnhof von dem man mit läppischen 15 Pfund den Zug nehmen kann. Naja. Immerhin hält der Bus nur eine Station von meiner Wohnung entfernt, die Entscheidung war also nicht sooo schwierig. Nen bisschen doof war nur das meine Süße sowieso erst spät gelandet wäre. Die Verspätung hats nicht besser gemacht. Also haben wirs ca. um 1Uhr ins Bett geschafft. Ich musste Freitag wieder früh raus und die Gute hat bis 11Uhr geschlafen und konnte sich dank mehrerer von mir handschriftlich geschriebener Zettel alleine orientieren. Naja, fast. Trotz Wegbeschreibung hat sie’s geschafft in die falsche Richtung zu marschieren. Aber hey, so hat sie ohne es zu wissen schon mal den Trafalguar Square vom Sightseeing-Programm abgehakt. Naja. Habens noch geschafft und sind nach Camden Town gefahren. Die Entscheidung fiel auf ein indisches Restaurant.
Jaja.. Man soll ja eigentlich landestypische Sachen essen. Aber zum Einen ist das englische Essen genauso schlimm wie alle denken und zum anderen ist indisch eigentlich auch typisch englisch. Das Essen war gut, aber so scharf und schwer zu verdauen, dass wir ernsthaft losgezogen sind um Schnapps zu verkaufen.. Die Entscheidung fiel auf Tequilla und hat tatsächlich Wunder gewirkt.
Gegen 21Uhr waren wir dann noch mit Andrea verabredet, ner lieben deutschen Au-Pair die ich ausm studivz kenne. (klar, woher sonst?) Wir sind mal ins „The Worlds End“ gegangen, weil ich schon davon gelesen hatte. Tja. Positiv: Die Getränke waren bezahlbar. Das Publikum war wirklich unterhaltsam anzuschauen, weil bunt gemixt und etwas schräg. Negativ: Die Musik war sehr laut. Es wirkte nich gerade gemütlich, mag auch daran liegen, dass es wie eine Scheune wirkte. Die Bedienung war nicht wirklich schnell. Und das Publikum war echt schräg. Naja... Noch ein Versuch.
Also ab Richtung Kanal. Da gibts mehrere coole Bars und Pubs und wir haben uns natürlich für die Coolste entschieden. Positiv: Es war echt gemütlich und direkt am Wasser. Keine Ahnugn wieso, aber in der Nähe von Wasser bin ich glücklich. Negativ: Es war teuer. Es war laut, auch wenn die Musik um Welten besser war. Joa.. Muss man halt entscheiden was man will.

Samstag gings dann natürlich zum Sightseeing. Und zwar mit der Free Tour von New London. Jaja... Schleichwerbung. Aber die sind wirklich toll! Ich kenn die noch aus Berlin und Franzi war auch auf Touren in Paris. Ist nicht wirklich kostenlos, man bezahlt halt ein Trinkgeld. Aber die Führer sind meist recht jung und enthusiastisch. Wir hatten Cathy aus den USA. Und es war toll! Wir haben alles wichtige gesehen und sie hatte bei vielen Sachen lustige Geschichten zu erzählen. Und das Beste: Das Wetter war recht gut. Es hat nicht geregnet und war sogar recht sonnig. Nicht so selbstverständlich in London. Haben also all die Sachen wir Hyde Park, Buckingham Palace, St. James Park, Big Ben (jaja.. eigentlich heitß das Ding Clocktower, nur die Glocke ist Big Ben), Westminster Abbey usw.abgehakt.











Samstag abend sind wir noch ausgegangen und haben nur mit Mühe und Not den Heimweg gefunden. Aber die Details bleiben im Dunkeln, sorry. Achso. Ich meine nicht, dass ich mich nicht erinnern kann.
Es geht nur niemanden was an. ;D
Aber hey! Das Nachtleben hier kann sich sehen lassen – wir hatten total viel Spaß. Und um keine Gerüchte aufkommen zu lassen: Wir haben uns benommen. Naja.. ähh.. zumindest Franzi.





Joa. Sonntag haben wirs wundersame Weise gar nicht so spät aus dem Bett geschafft. Und sind deswegen noch nach Brighton gefahren. Das wollte ich sowieso gerne mit Franzi machen. Wir waren uns nur unsicher wegen dem Wetter. Aber naja. Es war zwar grau und windig, aber es hat trotzdem nicht geregnet. Und es war toll! Brighton ist, wie ich ja schon mal geschrieben habe wirklich schön. Und wenn nicht gerade Gay Pride Parade ist auch eher verschlafen. Und oh man.. Man kann super shoppen! Lauter kleine originelle Läden.. So geil. Franzi war überglücklich mit ihrem Cowgirl-Hut und ich hab mir diese wahnsinnig-sexy gelben Lack-Pumps gekauft. Unter anderem.

Außerdem hab ich tatsächlich mal Fish&Chips gegessen. War jetzt nicht unbedingt nen Kindheitstraum, aber gehört ja irgendwie dazu. Hmm. Was soll ich sagen? Mir war den Rest des Tages leicht übel. Und dabei hab ich nicht mal aufgegessen, genau genomen hab ich gerade so die Hälfte geschafft. Der Fisch an sich war ja nicht mal schlecht. Ging ja auch gar nicht, er hat nämlich nach gar nichts geschmeckt. Und wie kann man an dem Geschmack von etwas meckern, dass gar keinen hat? Aber diese dicke, fettgetränkte Teig-Kruste war einfach zu viel für meinen Magen. Leider konnten wir diesmal keinen Schnapps auftreiben. Joa.. Abends wieder zurück, müde ins Bett und Montag.. durfte ich wieder arbeiten gehen.

Franzi hat sich wieder alleine beschäftigt. (Das mag ich so an ihr, man braucht sie nie babysitten). Und abends haben wir uns wieder nach der Arbeit getroffen. Sind dann ne Weile durch Soho spaziert und haben uns schließlich an einem All-you-can-eat Buffet niedergelassen. Interessante Beobachtung: Auf dem Tisch stand ein Zettel der schon mal klar macht, das man gefälligst nach 2 Gängen zum Buffet so viel gegessen haben soll wie man halt kann und außerdem, dass man einen Aufschlag bezahlen muss wenn man zu viele Reste auf seinem Teller hat. Haben lange drüber nachgegrübelt. Also 2 Gänge haben locker ausgereicht, aber so prall war das Essen nicht um alles aufzuessen. Haben uns also schon innerlich auf eine Diskussion eingestellt, aber da kam Gott sei Dank nichts.

Tja.. Und Dienstag war Franzis Geburtstag. Mein Geschenk waren Karten für das Musical Avenue Q und um noch was materielles drauf zu schlagen eine Mini-Lava-Lampe. Für all die Nächte in miesen Unterkünften nächstes Jahr auf ihrer Weltreise damit es gemütlicher wird. ;D
Achja. Und 2 Geburtstagskarten. Konnt mich nicht für eine entscheiden.

Tja. Der Tag war toll. Wir sind mit dem Schiff nach Greenwich geschippert wo ein Observatorium und der Null-Meridian ist. Auf dem Weg dahin war es mal wieder ziemlich grau, aber natürlich kam die Sonne raus als wir da waren. Joa. War ziemlich interessant. Aber ich will niemanden mit zu ausführlichen Schilderungen langweilen. Also nur das Highlight: Der Null-Meridian ist natürlich mit einer Linie auf dem Fußboden gekennzeichnet. Und an dieser wollten sich natürlich alle fotografieren lassen. Und natürlich, wie das in England so ist, hatte sich dafür eine ordentliche Schlange gebildet. Da hatten wir nicht so sehr viel Lust drauf. Und irgendwie.. konnte ich mich von meinem letzen Englandbesuch noch erinnern.. das es irgendwo eine Stelle gibt an der der Meridian auch gekennzeichnet ist, aber keine Schlange davor war. Und tatsächlich: Durch ein unscheinbares Tor konnten wir durchgehen und ganz in Ruhe ein paar Bilder schießen. Obendrein konnten wir dann außen rum ganz ungestört von anderen Leuten wieder hinunter laufen. (äh.. habe ich erwähnt, dass das Observtorium auf einem Hügel ist?) Joa. Wieder zurück mit dem Schiff und ab zu mir um uns schick zu machen.

Abends wartete ja noch ein Highlight auf uns: Das Musical Avenue Q. Wenn jetzt viele „hä?“ sagen ist das völlig berechtigt. Das gibt es nämlich nicht in Deutschland. Was wirklich schade ist, denn es ist genial! Und es war perfekt für diesen Abend.
Das Musical erinnert an die Sesamstraße und ist vollgepackt mit leicht verdaulichen Lebensweisheiten wie „ Everyone’s a little bit racist“, „It sucks to be me“, „If you were gay, I’d be okay (but i’m not gay)“, “I wish I could go back to College” und „Everything’s in life is only for now”. Es spielen echte Menschen und Puppen gemischt und insgesamt ist die Grundstimmung einfach super. Ich werde auch nie wieder Franzis Aufschrei vergessen, also die eine Puppe sagte: „Ich werde alt.. ich bin 23!“ Tja... Und das an ihrem 25. Geburstag..(Äh? Darf das eigentlich jeder wissen?)
So oder so. Wenn’s das Musical jemals nach Deutschland schafft kann ich das wärmstens empfehlen. Oder wer mich besuchen kommt: Ich geh da sofort noch mal rein!

Ganz interessant war dann auch der Ausgang des Abends. Eigentlich wollten wir noch was trinken gehen. Tja... Es war ja aber Dienstags.. Und schon halb elf. Und eigentlich hätten wir beide auch noch Lust auf Nachos gehabt. Aber egal wo wir rein wollten wurde uns gesagt, dass gleich „last call“ ist. Das heißt, dass man also noch ein Getränk bestellen darf, aber sich gefälligst zu beeilen hat, da der Laden bald zu macht. Schon nen bisschen merkwürdig. Zum Einen waren da noch massig Leute unterwegs, die bestimmt auch gerne noch was getrunken hätten. Zum Anderen wurde ja eigentlich das Gesetz aufgehoben, dass die Pubs so zeitig zu machen sollen.

(Kurz zum Hintergrund: England hat eine ausgeprägt Kultur des „Binch-Drinkings“. Das heißt man trinkt nicht nur, sondern lässt sich richtig zulaufen. Ursache dafür sollten die zeitigen Schließungen der Pubs sein. Denn wenn es den „last call“ gab, haben sich alle noch möglichst schnell möglichst viel hinter die Binde gekippt und mit einem Mal stürzen alle Betrunkenen auf die Straße. Das führt zu Alkoholleichen auf der Straße und jede Menge Prügeleien. Das Problem sollte mit Abschaffung der strengen Regelungen geändert werden. Einziges Problem: Nö – hat nicht funktioniert. Die Leute haben noch immer einen ungesunden Umgang mit Alkohol und viele Pubs machen halt doch noch relativ zeitig zu, weil längere Öffnungszeiten extra bezahlt werden müssen.)

Na gut, dann halt nicht. Zumindest konnten wir also mit der Tube zurück fahren und mussten nicht wieder mit den Bussen durch die Gegend irren.

Ja und dann ging alles ganz schnell. Der Mittwoch kam. Wir sind noch mal fix ins Shopping Centre und dann gings schon zum Flughafen. Was ne geile Woche sag ich nur. Ich bin völlig abgebrannt und warte sehnsüchtig aufs Monatsende, ich fühlte mich ausgelaugt und hab nen ganzes Wochenende zum erholen gebraucht.. und ich hatte genial viel Spaß! (Abgesehen davon – keine Ahnung wann ich Franzi das nächste Mal sehe.) Unterm Strich hat sichs also für beide Seiten gelohnt.

Dienstag, 26. August 2008

2893km in einer Woche


Der helle Wahnsinn, ich bin voll der Jetsetter – ich habe diese Woche doch allen ernstes fast 3000km zurückgelegt. Wie das passiert ist? Nun, ich arbeite in London für den deutschen Markt. Die Kollegen mit denen ich zusammenarbeite sitzen also in Frankfurt und München. Nach einem Monat sollte ich also auch mal meine deutschen Kollegen kennenlernen und hinfliegen.
Also: 2,5 Tage Frankfurt und 2,5 Tage in München. Also Sonntag nach Frankfurt geflogen (770km), Mittwoch nachmittag weiter nach München mit dem Zug (395km), Freitag nachmittag wieder mit dem Zug in die Heimat (540km). Und dann Sonntag nach Berlin (103km) um von da wieder nach London zu fliegen (1095km).Komm mir ja schon totaaal wichtig vor, muss ich zugeben. Schicke Hotels, ausgeführt werden zum futtern. Achja.. so lässts sich leben. Naja. Nicht so richtig, eigentlich wirds total überbewertet.
So hänge ich also in einer Stadt rum in der ich keinen kenne um gesagt zu bekommen, dass alle zu viel zu tun haben um sich um mich zu kümmern bzw. Schlicht vergessen haben, dass ich komme. Immerhin waren die Sekretärinnen so nett mit mir essen und auch abends was trinken zu gehen. Also hab ich jetzt verdammt gute Beziehungen zum Fußvolk (nein, ich bin nicht überheblich, das haben sie selbst so gesagt).Wie auch immer. Kurzes Fazit: Frankfurt wirkt viel provinzieller als man glauben sollte (na gut, vielleicht war das auch der krasse Unterschied zu London) und München ist wuuuunderschön im Sommer. Hotels in der Innenstadt sind total überteuert, aber komfortabel wenn man es sich dann halt doch leisten kann, bzw. die Firma. Ich war schon begeistert.
Aber noch eine Erkenntnis: Ich kann erst ab der zweiten Nacht gut in einem fremden Bett schlafen. Schon etwas unpraktisch sag ich mal. Achja. Und 5 Stunden mit dem Zug rückwarts fahren, immerhin auch richtig schnell im ICE treibt selbst mir die Galle hoch. Genial fand ich in diesem Zusammenhang ja auch den letzten einstündigen Abschnitt. Hatte einen Fensterplatz im Abteil gebucht und das war auch der einizige reservierte Platz in diesem Abteil. Und was ist? Rückwärts.. Also das machen die doch mit Absicht! Zu Hause wars natürlich wieder toll. Ich wurde von hinten bis vorne bedient, meine Mutter hat sich ein Bein für mich ausgerissen und natürlich viel zu viel und unnötiges Zeug zum mitnehmen für mich besorgt. Musste ein paar Sachen da lassen, wasserfeste Schuhe und warme Sachen gingen vor. Der Herbst kommt... auf jeden Fall bevor ich das nächste Mal nach Hause fahre.
Mein Timing war natürlich perfekt: Ich konnte auf das Heimatfest in Jessen gehen. Ich weiß noch, wie dass das Highlight der Sommerferien war und ich vorher meine Großeltern angeschnorrt habe und in kürzester Zeit etwa 10.000Kalorien zu mir genommen habe, nur Nieten bei der Tombola gezogen habe und massig Kuscheltiere mit nach Hause geschleppt habe. Ungelogen: Auf unserem Dachboden befinden sich Tüten voller Kuscheltiere die einzig und allein von Heimat- und Dorffesten sind. Vor allem beim schießen und beim Greifer war ich recht erfolgreich. Jaja.. Ich seh schon wieder ein paar Experten lachen wegen dem schießen. Aber ich war wirklich gut! Hatte mal letztes Jahr ausprobiert ob ichs noch kann und hab immer noch 9 von 10 Sternen getroffen. Die Übung machts – auf den Dorffesten gabs meist nur 2 Wagen. Einer mit Losen und einer mit Schießen.Wie auch immer. Ich hatte auf jeden Fall einen netten Abend, allein schon weil Doreen mich begleitet hat. Auch wenn sies nicht gern hört: Sie ist eine meiner ältesten Freundinnen. Ich kenne sie seit der Grundschule (obwohl wir beide unsicher sind, ob wir uns nicht sogar noch vorher kannten) und damit ist sie die Einzige die es so lange mit mir ausgehalten hat. Was unglaublich ist, da ich zwischendurch unerträglich und nen ziemlicher kotzbrocken war. .
Ich schweife ab. Noch kurz zu meinem Sonntag: Ich bin etwas eher Richtung Berlin abgedüst um noch den Nachmittag mit meiner Clique abzuhängen bevor ich wieder fliegen musste. Ohne mich selbst zu sehr zu loben: Es war ne geniale Idee. Ich hatte nicht nur einen Kofferträger (danke Tobse), sondern auch ein 5-Mann-Abschiedskommitee, einen winzigen überteuerten Cocktail und jede Menge Spaß. Leider lief ab da nicht mehr alles so glatt. Nachdem meine Liebsten sich ja eh schon alle Mühe gegeben hatten mich total aus dem Konzept zu bringen, hat der Rückflug tatsächlich nicht so toll funktioniert. Nach Sprüchen wie: Ist ja schon lange keiner mehr abgestürzt, wir sind eh zu spät am Flughafen... war es eigentlich logisch als der Pilot sagte, dass etwas mit dem Laufwerk nicht stimmt und überprüft werden muss.
Also wieder weg vom Rollfeld, 20 Minuten dumm rumstehen um dann aufgefordert zu werden das Flugzeug wieder zu verlassen, da Tests gemacht werden müssen und das mit Passagieren an Bord zu gefährlich ist. Aha. Sehr beruhigend. Immerhin durften wir nach einer Stunde wieder ins Flugzeug. Nicht so lustig fand ich den Hinweis meines Banknachbars, das wir in Reihe 13 saßen. Noch mal: Aha.Tja, gelandet bin ich offensichtlich in London. Aber nun war es halt auch schon 23Uhr vor Ort. Das ist insofern ein Problem, da die U-Bahnen nicht die ganze Nacht durchfahren. Also bin ich losgeflitzt und hab tatsächlich die allerletzte Bahn erwischt. Die fährt mich aber nicht bis vor die Tür, sondern ich hätte eigentlich noch mal umsteigen müssen.


Auf dem Weg wurde dann aber auch mitgeteilt, dass schon alle Stationen zu sind. Also bin ich halt so weit gefahren wie ich konnte (was auch schon eine Stunde gedauert hat) und dann ab zum Geldautomaten und ins Taxi. Laut meiner inneren Uhr war es ja auch immerhin schon um halb zwei. Taxis sind gar nciht so übel. Natürlich total überteuert, aber bequem und sehr geräumig. Da hat der Koffer mehr als bequem reingepasst.
Aber ich habs ja. Bei der Gelegenheit noch eine lustige Beobachtung: Wenn die Stationen schließen gehts an den Stationen noch mal richtig ab. Da wimmelt es von Arbeitern in roten Westen die alles aufräumen oder Reperaturarbeiten durchführen. Die Ärmsten, was für Arbeitszeiten!Tja. Das Ende vom Lied: Halb zwei war ich endlich im Bett. Also schon halb drei für meine innere Uhr! (Hatte ich erwähnt, dass ich die ganze Woche schlecht geschlafen und am Wochenende gut beschäftigt war?) Bin wie immer kurz nach sieben aufgestanden und zur Arbeit gewankt. War total groggy und hab meine ganze Energie investiert um nicht meinen Kopf auf die Tastatur krachen zu lassen. ...

Ab nach Brighton






Ich habs tatsächlich schon mal aus London rausgeschafft! Und zwar nach Brigthon, dem Seeort schlechthin wo sich Groß und Klein, Schickeria und Studenten treffen – und die nette homosexuelle Gemeinschaft. Nein, ich bin nicht homophob. Aber mir wurde bereits vor dem Ausflug mitgeteilt, dass Brighton die „Gay Capital“ sein. Gut zu wissen. Mir ja egal. Aber! Ich hatte mich ja schon gewundert..
Obwohl gut alle 10 Minuten ein Zug Richtung Brighton fährt war der Bahnsteig gerammelt voll. Meiner Reisebegleitung Esther fielen auch schon ein paar bunte Gestalten auf. Im Zug wurde es dann aber glasklar: Wir waren offensichtlich die einzigen heterosexuellen Menschen im Abteil. Viele waren recht bunt angezogen oder hatten Glitzer-/Plüsch-/Roas-Accessoires dabei. Lustig wars auch dem einen Typen ne halbe Stunde beim Schminken zuzusehen. Und die nicht zu ignorierende Ahnung hat sich dann am Bahnhof bestätigt: Wir sind einfach mal der bunten Menschenmaße Richtung Innenstadt gefolgt. Es war nämlich Gay-Pride-Parade. Okay, die Chancen waren 1:365 – bin halt doch nen Glückskeks.
Haben uns die Parade etwa eine Stunde lang angeschaut. Was für ne Show! Ganz viele Wagen, lauter gut gelaunte Leute.. Net schlecht. Außerdem hat es eh die ganze Zeit genieselt, da hat man ja auch nichts besseres zu tun.Wir sind dann zum Brighton Pier, das ist ein großer Steg ins Meer mit einem Vergnügunspark drauf und das Wetter wurde auch immer besser. Nach einem Schlenker durch die Innenstadt gings endlich bei strahlendem Sonnenschein zum Strand wo wir einfach 2 Stunden lang rumgesessen und das Meer genossen haben.. So lässt sichs leben. Achja. Was ich wohl noch erwähnen könnte: Ich war schon mal in Brighton als ich 14 war (laaaang ists her). Genau genommen war das mein erster Trip nach England für eine zweiwöchige Sprachreise. Meine Eltern waren nämlich recht verzweifelt, dass ich diese Sprache nie kapiere. Hatte nämlich echt schlechte Noten und sogar Nachhile.
Tja, was soll ich sagen? Das Geld war gut investiert. Danach ists geflutscht.
Inzwischen träume ich sogar auf englisch... Achja. Und ich Lebe in London. ;D

Meine Ankunft in London

Joa.. Wie viele von euch ja schon wissen, bin ich hier bei meiner Ankunft etwas gestrandet. Ich hatte eigentlich von zu Hause ne Wohnung angemietet und ja... auch Geld im voraus bezahlt. Tja, was soll ich sagen? Kein Vermieter, keine Wohnung. Nach 2 Stunden rumirren am Flughafen bin ich zur Adresse gefahren wo meine Wohnung hätte sein müssen. Man glaubt ja an das Gute im Menschen und hofft ihn da anzutreffen.. Aber nein. Was mir auch nicht bewusst war: In England hat niemand seinen Namen am Klingelschild. Das Haus gabs also schon, aber ich wusste ja nciht welches Appartment ich angeblich angemietet habe..

Super. Es folgte also vor besagten Haus Nervenzusammenbruch Nummer 1.An der U-Bahn-Station hatte ich ein Hotel gesehen, also hab ich meine Sachen wieder zurück gezerrt und hab mal vorsichtig nach nem Zimmer und dessen Preis gefragt. Tja, was soll ich sagen? Alles andere als billig und auch noch ausgebucht. Immerhin hat die nette Frau rumtelefoniert und in nem anderen Hotel der Kette noch ein Zimmer für mcih gefunden. Auch etwas billiger für „nur“ 75 Pfund. Nicht zu vergessen 10Pfund extra für Internet was ich ja mehr als dringend braucht um ab Sonntag nen Schlafplatz zu haben.Also wieder losgedackelt mit meinem Gepäck und total geschafft ins Hotel geschleppt. Ich war nicht nur müde, ich konnte auch kaum noch meine Hände bewegen. Immerhin hatte ich etwa 30-35 Kilo Kilometerweit durch die Gegend gezogen/gezerrt/getragen/gewuchtet. Aber gut, auch ich hab mal Glück. Hatte es tatsächlich geschafft für Sonntag 3 Besichtigungstermine für private Zimmer anzuberaumen.

Also für ne Stunde in die U-Bahn und ab in den Norden. Was soll ich sagen? Die Frau war superlieb, das Zimmer groß, nett und bezahlbar. Habs sofort genommen. Sie hat mich dann netterweise sogar von der U-Bahn-Station abgeholt und auch abends für mich gekocht. Hatte nur leider nicht wirklich Appetit. Sie hatte extra Würstchen gemacht, weil sie meinte, alle Deutsche würden Würstchen essen. Naja. Lieb gemeint, aber wenn ich eine Form von Fleisch nicht mag, dann sind das Würstchen.Egal. Ich hatte was zum schlafen und konnte also Montag auf Arbeit gehen. Naja. Schon nen weiter Weg, muss ich zugeben. Erst 15 Minuten zur U-Bahn, dann 30 Minuten fahren und dann noch mal so 15-20 Minuten laufen. Was mich selbstverständlich nicht davon abhielt, überpünktlich zu sein und noch Zeit zum verbummeln zu haben.Joa. Arbeit war relaxt. Hab Zeug zum lernen bekommen, das wars eigentlich auch schon. Musste Unmengen an Dokumenten ausfüllen und die ganze Technik zum laufen kriegen (hab mein eigenes Notebook – tschagga). Und Donnerstag gings ja dann nach Deutschland, genauer gesagt Teggernsee bei München für die Sommerparty der Firma.Tja.. Dazu gibts auch noch ne tolle Geschichte bevor ich überhaupt angekommen bin.Vielleicht habt ihr schon von dem neuen Terminal bei Heathrow gehört. Der berüchtigte Terminal 5.

Da gehen nicht nur tausende von Gepäckstücke verloren, nein, der Security-Check dauert schon mal prinzipiell länger als anderswo und er ist so groß, dass auf den Tafeln angegeben ist wie lange man wohin läuft. Bei der Eröffnung gabs Riesenchaos durch Verspätungen usw., aber egal.Eigentlich ist es so, dass der Terminal direkt mit der Tube zu erreichen ist. Der Picadilly Line. Es gibt auch den Heathrow Express. Aber der kostet mal spontan 15 Pfund. Nachdem ich auf der Seite für den öffentlichen Transport nachgeschaut hab, hätte die Fahrt von mir mit Tube oder Express gleich lang gedauert, weil man ja auch erst mal zur Station kommen muss, von der der Express abfährt.Bin ja nett, die Firma muss sparen. Ich nehm die Tube.Super Idee sag ich mal.Theoretisch fahr ich also bis Leicester Square, steige um in die Picadilly und irgendeine davon hat als Endstation Terminal 5. Einschub zur Erklärung. Vor Terminal 5 kommt Terminal 1,2,3 (eine Station) und in einer Schleife wird auch Terminal 4 angefahren. Also fahren Züge zum Terminal 4 und 1,2,3 oder 1,2,3 und 5. Ich hatte also nen Zug zum Terminal 4 und 1,2,3 erwischt. Kein Problem, bin ne Station vorher ausgestiegen um auf den richtigen Zug zu warten. War dem Ziel also schon recht nah und auch ganz gut in der Zeit. Problem: Der nächste Zug ging auch zum Terminal 4, der danach sollte eigentlich zum Terminal 5 fahren, war dann aber plötzlich not in service als er Einfuhr. Ja, da war ein Zug, aber leer und ohne Ziel... Hab ja gewusst, dass es in England Geister gibt, aber Geisterzüge? Joa.. Dann hieß es, dass der nächste Zug zum Terminal 5 in ner halben Stunde war. Nen bissl doof, weil es war ja auch schon ne halbe Stunde vergangen. Ich sprech also mit der netten (indischen) Dame vom Servicepersonal. Joa.. Ich könnte natürlich auch nen Bus nehmen, aber der dauert ewig. Gut, dass hatte sie mir ne halbe Stunde vorher auch schon gesagt, aber da er ja sooo lange fährt....

Tja. Also sagt sie mir, ich soll den nächsten Zug nehmen und zum Terminal 4 fahren um mit dem Express zum Terminal 5 zu fahren. Davon hatte ich zwar noch nciht gehört, aber sie war sich ganz sicher. Gut. Ab in den Zug.. zum Terminal 4. Was soll ich sagen? Es gab keinen Express. Wir sollten auf den nächsten Zug warten. Der fährt zum Terminal 1,2,3 und dort können wir noch mal umsteigen in den Zug zum Terminal 5. Ja toll. Ich steh da, Zeit wird knapp und flehe telefonisch schon mal die Kollegen an, auf mich zu warten. Immerhin hatten die ja auch mein Ticket. Ich machs mal kurz: Ich fahr zum Terminal 1,2,3, steig um.. renne zum Lift (nicht ohne vorher am Ausgang aufgehalten zu werden, weil meine Oystercard – ein elektronischer Fahrschein – alle war) und bin so ziemlich genau 3 Minuten vor check-in Schluss da.Toller Start, also wirklich. Meine Kollegen dachten auch ncoh zu allem Überfluss ich wär einfach zu blöd gewesen und zum Terminal 4 gefahren.. Naja. Besser das, als den Flug tatsächlich zu verpassen.Also ab nach München, in den Bus zum Hotel und dann einchecken in ein sensationells 5-Sterne-Hotel. Theoretisch. Mein Zimmer war natürlich noch nciht bezugsfertig. Immerhin galt das auch für ein paar andere Mädels. Also haben wir in der Lobby gewartet und überteuerte Getränke getrunken. Naja, die Mädels haben Wein getrunken – 2Uhr nachmittags. Das Problem: Diese Mädels waren in erster Linie die Sekretärinnen. Sprich: Aufgesylte 20-jährige die ein eingeschränktes Spekrum an Gesprächsthemen haben: Klamotten, Make-up, Diäten und aufgecremte Bräune. Super. Alle anderen hatten sich natürlich verteilt. Gut. Also nach ca. 1 Stunde versucht einzuchecken. Die Zimmer der Mädels waren fertig, bis auf meins. Ich durfte noch ne halbe Stunde länger warten.Aber das wars auch Wert. Das Zimmer war der Hammer. Ich glaube, ich habe schon in kleineren Wohnungen gewohnt. Und selbst das Bad war größer als so manche Zimmer die ich kenne. Nen Balkon mit Seeblick gabs auch. In der Dusche gabs die Wahl zwischen einer normalen Dusche und einer Regendusche – also wo das Wasser so gerade von oben runterplätschert.. schon sehr geil. Überall Marmor.. und die badewanne.. göttlich.

Hatte aber leider keine Zeit sie zu nutzen. Hab sowieso insgesamt vielleicht 8 Stunden drin verbracht. Inklusive schick machen, schlafen und Sachen wieder zusammen packen.Wir hatten uns dann verabredet um was zu essen zu suchen. Wir hatten ja alle nur Frühstück, ein ekliges Sandwich im Flugzeug und das Dinner war so gegen 9 anberaumt. Tja. Die Entscheidung fiel auf einen urigen Biergarten. Allerdings war inzwischen ein Gewitter aufgezogen, dass wir dann auch live erleben durften, während wie halb draußen unter einem Dachvorsprung saßen. Die Mädels orderten wieder Wein.. Und eine Portion Würstchen für 3 Leut. Aha.Also ich hab mir ja so nen Desert bestellt. Gut für den zuckerspiegel...Wie auch immer. Halbtrocken haben wirs zurück ins Hotel geschafft und uns für den Abend fertig gemacht. Aber hier hör ich auf mit meinen detailierten Schilderungen.

Es folgt ne kurze Zusammenfassung: Es gab ne Präsi von den chefs, kleine Geschenke mit Firmenlogo, nen schickes Essen, dazu guten Wein, danach ne Taxifahrt in nen club wo wieder alle Getränke kostenlos waren und vor allem die Engländer sich hemmungslos betrunken haben. Nen paar sind nachher völlig frei gedreht und ich hab auch gehört, dass zwei nachher noch aufs Zimmer verschwunden sind. Natürlich beide vergeben.. Äh ja.. waren natürlich Engländer. (Zusatz: Waren insgesamt etwa 35 Leute aus Italien, Spanien, Deutschland, England und auch eine Australierin).Am nächsten Morgen gabs für die reichlich angeschlagenen Angestellten noch mal ne Präsi und dann gings schon wieder zum Flughafen. Wär ja gern noch nen bissl in Deutschland geblieben, aber es stand ja auch Wohnungssuche an.

Und die ist schon wieder nen Kapitel für sich..Erst mal ist es nicht so einfach zu entscheiden, was ne gute Gegend ist. Man will ja eigentlich nicht zu weit von Arbeit wohnen, aber auch nicht zu weit weg von den coolen Leuten. Nen bissl sicher dars auch sein.. und nciht zu teuer.. und so weiter.Naja. Nach den ersten Besichtigungen hatte ich meine Erwartungen eigentlich schon ganz weit runtergeschraubt..Es ist schon unfassbar was einem so zugemutet wird.Okay. Die allererste Wohnung war eigentlich ganz schick, aber kaum möbliert und trotzdem teuer. Hatte ja keine Ahnung, was ich mir noch so anschauen muss. Löcher, Höhlen, runtergekommene Absteigen, unsichere Gegenden. Naja, immerhin bin ich gut rumgekommen in London.Aber das jeden Abend.. Das war schon krass. Nicht zu vergessen all die kleinen und großen Betrüger die Geld sehen wollen bevor man einen Schritt über die Türschwelle gemacht hat.Der Höhepunkt war dann an einem Mittwoch. Ich bin zu 4 Wohnungen geflitzt. Im strömenden Regen mit Hackenschuhen (okay, war ne blöde Idee). Es folgte.. Nervenzusammenbruch Nummer 2. Man zweifelt auch schon an sich selber..Und man fragt sich schon, warum man alles aufgegeben hat für nen völlig unnötigen Neuanfang. Naja.Samstag hatte ich endlich Glück. Hatte eigentlich 3 Termine, aber hab ich mich gleich in die erste Wohnung verliebt. War schon auf dem Weg zum zweiten Termin, aber hab dann doch der ersten zugesagt und die anderen Termine abgesagt.Bin lieber in den Hyde Park, hab mir lecka Kaffee von starbucks geholt, hab mich von der Sonne bescheinen lassen und mein Buch ausgelesen..Geht doch. Und.. ich hab ne Tasche gekauft. Konnt nicht widerstehen und die Shopping-Gene kamen wieder durch. Wenn ich glücklich bin muss ich was kaufen.. und wenn ich genervt bin, oder gelangweilt, oder deprimiert...Okay. So viel dazu.Reicht erst mal.Details über London folgen.